Folia Theologica 22. (2011)
Kuminetz Géza: Rechtliche, religonsphilosophische und psychologische Gesichtspunkte der Busse
FOLIA THEOLOGICA 22 (2011) 67 Géza Kuminetz RECHTLICHE, RELIGIONSPHILOSOPHISCHE UND PSYCHOLOGISCHE GESICHTSPUNKTE DER BUSSE* Einführung In dieser Studie versuchen wir den Problemenkreis der Sünde1 und den bezüglich der Behandlung der Sünde rechtlich, religionsphilosophisch und psychologisch (psychologia rationalis et positiva) auszulegen. Wir halten es für notwendig, alle drei Betrachtungsweisen kurz zu * Die theologischen Erwägungen siehe: Kuminetz, G., A bűn és engesztelés Horváth Sándor O.P. teológiájában [Die Sünde und Versöhnung in der Theologie von Sándor Horváth O.P.], in Teológia 41 (2007) 43-53. 1 Die Sünde kann aus mehreren Gesichtspunkten untersucht werden, sowohl aus philosophischem als auch aus soziologischem Gesichtspunkt beziehungsweise in erster Linie theologisch, was die Theologen auf mancherlei Weise zu bestimmen versuchten, obwohl es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der in philosophischem und theologischem Sinne genommenen Sünde gibt. Sehen wir davon einige: 1. Die Sünde entsteht in der Heiligen Schrift, als 2) „ein Fehlerbegehen, eine Abweichung vom richtigen Weg, Verirrung (chatta); als eine Unrechtmässigkeit, als eine Abbiegung und Verdrehung des Richtigen (avön); als ein Aufruhr oder Verfall (pesa); als eine Ungerechtigkeit (resa); als eine unwillige und fehlerhafte Verwirrung (die Formen der Wurzel Ságag)". Die Sünde kann eine subjektive Entscheidung sein, und „die eigentliche Sünde ist es, was die Schuld des Menschen vor Gott begründet. Davon hängt Leben und Tod, Heil und Verdammung, Gnade und Verlieren der Gnade. (...) Die Sünde als eine objektive Schuld bezeichnet die Seite des Tatbestands: die destruktive Tat von negativer Wirkung, die einen verletzt und Wunde schlägt, Unrechtmässigkeit verursacht und zerstört." Vgl. Weber H., Általános erkölcsteológia (Szent István Kézikönyvek 3) [Allgemeine Moraltheologie; Handbücher des Verlags Szent István Nr. 3], Budapest 2001. 304, 326-327. Die Sünde ist also: 1: das Fehlen an Heil und Gott (hamartia); Widerspruch gegenüber dem im Gesetz offenbarten göttlichen Willen (anomia); 3. die Verletzung der göttlichen Gerechtigkeit, Sünde (adikia); die Dunkelheit und Lüge (skötos und pseüdos)". Vgl. Häring, B., Krisztus törvénye [Das Gesetz Christi], I. Pannonhalma-Róma 1997. 335. Unter der Sünde oder unter dem gesündigten Menschen wird ein deformiertes Grundverhalten oder eine sündhafte Fertigkeit der Person ver-