Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN ... 43 Heilsweg des menschlichen Geschlechts ausser der Kirche erscheint als normaler Weg und der der Kirche als ausserordentlicher Weg.19 III. Das II. Vatikanische Konzil über die Religionen Im II. Vatikanischen Konzil war schon die theologische Diskussion vor dem Konzil über die Beurteilung der Religionen zu finden. Es hat sich die Frage erhoben, in welche Richtung entschieden werden soll. Dieses Konzil war jedoch ein seelsorgerisches und kein lehramtliches Konzil. Seine Absicht im Zusammenhang mit den Religionen war es, ein neues Verhalten seitens des Christentums zu fördern, rechnend mit dem ge­genseitigen Verständnis, mit dem Dialog und mit der Zusammen­arbeit. Dazu brauchte man für die unterschiedlichen theologischen Meinungen keine Stellung zu nehmen. Es lohnt sich, das Konzil in der Konzilgeschichte der Kirche einzureihen. Ein früheres Kapitel be­deutete die von dem Konzil von Florenz (1442) angenommene starre Stellungnahme bezüglich des Heils der Personen ausser der Kirche, eingenommen auch die Nichtgläubigen. Ein Jahrhundert später äus- serte das Konzil von Trient (1545-1563) aus der Lehre der „Sehnsuchts­taufe" feierlich die Möglichkeit des Heils der Personen ausser der Kirche (DS 1524). Die späteren kirchlichen Äusserungen verstärkten, obzwar vorsichtig, diese Richtung, erlaubend diese Möglichkeit. Im Laufe der Jahrhunderte äusserte jedoch kein Konzil über die Religio­nen als solche, in sich selbst, mindestens auf positive Weise nicht.20 Ob das II. Vatikanische Konzil von dieser Stille ausging? 19 Vgl. Küng, H., The World Religions in God's Plan of Salvation, 51-53. Küng steht hier unter der Wirkung von Rahner und Schlette (siehe: Schlette, H. R., Pour une théologie des religions, Paris 1971). Obwohl Waldenfels nicht einmal die Stellungnahme von Rahner annimmt, erlaubt immerhin, dass die „an­deren" in ihren eigenen Traditionen gerettet werden; die Christen sollen je­doch die Formel „durch ihre Religion" vermeiden. Vgl. Waldenfels, Hv Ist der Christliche Glaube der einig wahre, in Stimmen der Zeit 112 (1985) 463-475. 20 Das Konzil von Florenz (1442) vemrteilt die jüdische Religion auf eine aus­serordentlich ausgesprochene Weise: „alienos a Christi fide denuntiat et sa­lutis aeternae minime posse esse participes, nisi aliquando ab iis erroribus resipiscant. Omnibus igitur, qui Christiano nomine gloriantur, praecipit omnino, quocumque tempore, vel ante vel post baptismum, a circumci­sione cessandum; quoniam sive quis in ea spem ponat, sive non, sine interi­tu salutis aeternae observari omnino non potest." (DS 1348).

Next

/
Oldalképek
Tartalom