Folia Theologica 18. (2007)

Ferenc Beran: Die Aktualität der Soziallehre der Kirche - Die Fundamentalwerte des gesellschaftlichen Lebens

FOLIA THEOLOGICA 18 (2007) 41 Ferenc BERAN DIE AKTUALITÄT DER SOZIALLEHRE DER KIRCHE Die Fundamentalwerte des gesellschaftlichen Lebens Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden (Iustitia et Pax) hat am 2. April 2004 mit dem Titel „Kompendium der Soziallehre der Kirche" ein Dokument herausgegeben, welches die Lehre der schon erschienenen Enzykliken in einem System zusammenfasst. Vorher beschäftigten sich die früheren Enzykliken nur mit zeitge- mäßigen Fragen (z.B. mit der Situation der Arbeiter, dem Frieden, der Entwicklung), sie nahmen diese Systematisierung nicht auf. Wegen des großen Umfanges des Themas ist das Dokument sehr reich. Die wichtigsten Themen sind: Begründung der Sozialethik, die Familie, die Arbeit, die Wirtschaft, die Ökologie und der Friede. Wir können das ganze Werk nicht überblicken, wir möchten lie­ber ein aktuelles Thema auswählen. Dieses aktuelle Thema heiät: Die „Fundamentalwerte" des gesellschaftlichen Lebens. Unserer Meinung nach ist dieses Thema deshalb wichtig, weil in unserer Welt die ethischen Werte in einer Krise sind. Zum Beispiel: Der Un­terschied zwischen Reichen und Armen wird immer größer. In der Marktwirtschaft - wegen des Monopolkapitals - können wir nicht über Aussichts- oder Chancengleichgewicht sprechen. Wegen der Profitorientierung der großen Firmen bleiben die ökologischen Pro­bleme ungelöst. Die Kirche spricht über vier Fundamentalwerte. Diese Werte sind: die Wahrheit, die Freiheit, die Gerechtigkeit und die Liebe. Diese Lehre geht zurück auf Papst Johannes XXIII., der in der Sozialenzykli­ka „Pacem in terris" schreibt, dass auf diesen Werten „der wahre Friede nach der gottgewollen Ordnung erwachsen kann"1: Zwei Jahre später, ausgehend von der Lehre der Enzyklika bezeichnete das II. Vatikanische Konzil diese vier Werte als die Grundformen 1 PAPST JOHANNES XXIII, Pacem in terris, 163.

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