Folia Theologica 18. (2007)

István Ancsin: Die Hoffnung Aaf das Heil bei Hans Urs von Balthasar

36 I. ANCSIN Rettung aller als schon gesichert weiß (im Sinne des Origenes81), ebenso ab wie die Lehre einer doppelten Prädestination (im Sinne von Augustinus, der in seinem Werk „De civitate Die" seine Über­zeugung zum Ausdruck bringt, nach dem viele für immer verloren gehen /massa damnata/), doch steht er ohne Zweifel in der Nähe ei­ner Allversöhnungslehre: „Die Apokatastasis habe ich nie vertreten, auch nicht in verhüllter Weise wie etwa Karl Barth.82 Es bleibt eine ernste Frage [...]: Kann sich der übernatürliche Glaube - Glaube als personale Hingabe - auf Unheilstatsachen richten? [...] Im kirchli­chen Glaubensbekenntnis stehen lauter Heilstatsachen."83 Wenn nach Balthasar die Gerichtsdrohungen und die grausamen Bilder von den Strafen, die man in der Schrift und der Tradition findet, ei­nen Sinn haben, dann „bestimmt zunächst den, mir selber den Ernst der Verantwortung vor Augen zu führen, die mir mit meiner Freiheit gegeben ist."84 Die menschliche Freiheit achtend betont Balthasar zwar, daß wir „nicht gegen unseren Willen gerettet werden"85, gleichzeitig be­zweifelt er aber die Vorstellung einer „absoluten freien Selbstwahl des Menschen (in restloser Absage an Gott)"86. Dem allerletzten Punkt versucht er sich so anzunähern, daß er die Gottverlassenheit der verstockten Sünder der Gottverlassenheit des gekreuzigten Das Problem der Allversöhnung und die Hoffnung der betenden Kirche / Zur Diskussion aus fundamentaltheologischer Sicht. In: Christ in der Gegenwart 59 (4/2007); GERHARDS, A.: Wie viel sind viele? Die Diskussion um das „pro multis". In: HerKorr 61 (2/2007). 81 Die Apokatastasislehre ist 543 auf der Synode von Konstantinopel verurteilt worden (vgl. DH 411), ind der theologischen Forschung ist es aber umstritten, ob mit der Verurteilung wirklich die Position des Origenes getroffen wurde, oder eher die einiger seiner Schüler. Vgl. LUBAC, H.de: „Du hast mich be­trogen, Herr!" Der Origenes-Kommentar über Jeremia 20,7. Übertragen von Hans Urs von Balthasar, Einsiedeln, 1984. 82 Folgender Satz wird Karl Barth zugeschrieben: „Wer die Wiederbringung nicht glaubt, ist ein Ochs, wer sie aber lehrt, ist ein Esel.“ In: LOCHMANN, J. M.: Dogmatik im Dialog I. Gütersloh 1979, 314. 83 BALTHASAR, H. U. von: Zur Frage: „Hoffnungfür alle". Eine Antwort auf den Artikel von Pfr. Karl Bester. In: Theologisches 199 (1986), 7366. 84 BALTHASAR, H. U. von: Kleiner Diskurs über die Hölle. Ostfildern 21987, 25. 85 TD IV, 261. 86 TD IV, 277.

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