Folia Theologica 18. (2007)

Mihály Kránitz: Heilige Elisabeth (1207-1231) als Vertreter des Treffens der verschiedenen christlichen Kulturen in Thüringen im 13. Jahrhundert

HEILIGE ELISABETH ALS VERTRETER DES TREFFENS 119 cken als auch als eine Wahl einer sicheren Freundschaft betrachtet werden kann. Die Kinder von Hermann I. und Sophie Wittelsbach: Hermann (+1216), Ludwig (1200-1227), Heinrich Raspe (+1248), Konrad (+1241) und Agnes. Frau Sophie war überzeugt, dass durch die Ehe ihres ersten Sohnes, Hermann mit der Tochter des ungari­schen Königs das Ansehen von Thüringen in Europa grösser wird. Doch Hermann starb 1216, ein Jahr darauf auch sein Vater, als Herrscher stand nun der jüngere Ludwig an, der, nachdem er voll­jährig geworden war, 1218 als Ludwig IV. Landgraf wurde. Elisa­beth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach Un­garn zurückgeschickt werden; aber inzwischen hatte sich Ludwig in sie verliebt, und 1221 - Elisabeth war 14 Jahre alt - wurde die Hochzeit gefeiert. Die Ehe, so wird übereinstimmend berichtet, soll sehr glücklich gewesen sein. Elisabeth schenkte drei Kindern das Leben: Hermann, Sophie und Gertrud. Als 1225 die ersten Franziskaner nach Thüringen kamen, übte deren Spiritualität einen grossen Einfluss auf Elisabeth aus.8 Sie be­günstigte sie und ermöglichte ihre Ansiedlung in Eisenach. Sie kümmerte sich um Bedürftigte, besuchte Armen und Kranken; das wurde aber trotz der Unterstützung ihres Mannes von der Familie gar nicht gern gesehen. Ausführlich berichten die Legenden, wie sie unerschüttert den Verleumdungen und Vorwürfen ihrer Umge­bung standhielt.9 Immer wieder werden wundersame Ereignisse berichtet: der Aussätzige, den sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt Elisabeth zu ertappen, wurde das Bild des ge­kreuzigten Christus gesehen. Als sie im Hungerjahr 1226 alles ver­fügbare Korn austeilen liess, wurden heftige Vorwürfe erhoben - da bedeckte sich plötzlich der Boden der Säle der Wartburg mit Korn, und Korn füllte alle Kammern. 8 Magyarország virága. 13. századi források Árpád-házi Szent Erzsébet életéről, Szent István Társulat, Budapest 2001; RUH, K., Geschichte der abendländischen Mystik. Erster Band: Die Grundlegung durch die Kirchenvä­ter und die Mönchstheologie des 12. Jahrhunderts, C.H. Beck Verlag, Mün­chen 2001. 9 Vgl. WERNER, M., Elisabeth von Thüringen: Heilige der Armen, C.H. Beck Verlag, München 2007; KROTZ, G., Mehl und Rosen: Hunger im Jahre 1226, CoCon, Hanau 2006.

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