Folia Theologica 17. (2006)

Mihály Kránitz: Ökumenische Bestrebungen in der katholischen Kirche von Ungarn vom II. Vatikanischen Konzil bis in unsere Tage

ÖKUMENISCHE BESTREBUNGEN 119 tung, und vielleicht wird das immer dauerhafter sein. Das wird von der Vereinbarung von Augsburg verstärkt, die das gemeinsame Verstehen der wichtigsten Wahrheiten der Rechfertigungslehre zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche bedeutet. 2. Die Gefahren für das Okumenismus von Ungarn Neben den schon vorhandenen Ergebnissen müssen doch die riskanten Verhaltungsformen erwähnt werden, die die Einheitsbe­strebungen gefährden. Die erste Gefahr ist der Zweifel, der erscheint, wenn wir unser Ziel bagatellisieren und bezweifeln, ob wir je die vollkommene und sichtbare Einheit erreichen können. Sollten wir nicht etwa unsere Anstrengungen auf ein kleineres Ziel konzentrieren? Im Jahre 1995 hat Johannes Paulus der Zweite in seiner Enzykli­ka Ut unum sint offen erklärt, dass sich die katholische Kirche auch im weiterem für die Wiederherstellung der vollkommenen und sichtbaren Einheit der Getauften unwiderruflich engagiert. Die Ent­schlossenheit der ungarischen Katholischen Kirche auf diesem Ge­biet zeigt auch in diese Richtung. Wenn wir daran glauben, dass die Kirche ein, helig, apostolisch und katholisch ist, dann - auch wenn so sehr das gegenseitige Ver­ständnis und die Annäherungen in der Lehre beseelend sind -, und das müssen wir auch vielleicht gerade jetzt, nach dem Unterschrei­ben der Gemeinsamen Erklärung aussprechen, beweisen sich als ungenügend. Der Konsens über die Rechtfertigungslehre war ein Ereignis von unschätzbarer geschichtlicher Bedeutung. Die theolo­gischen Ergebnisse müssen aber auch auf die praktischen Stand­punkte des Glaubens ausgedehnt werden. Auf dem heimischen Gebiet wird das jedes Jahr durch die ökume­nische Gebetswoche im Januar ermöglicht, die von Anfang an als kon­krete Gelegenheiten für die Annäherungen der ungarischen christ­lichen Kirchen funktionierten. Das Heft für die Gebetswoche wird von den ungarischen Kirchen übersetzt und durchgesehen. Im Jah­re 1995 ist die Kommission für ökumenische Theologie, gebildet von den Theologen der geschichtlichen christlichen Kirchen, erneuert worden, es wurde gemeinsam an der Ausarbeitung der ökumenischen

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