Folia Theologica 17. (2006)

Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?

DIE SUCHE (NACH) DER WAHREN KIRCHE 115 der katholischen Kirche getrennt hat."107. Hinzu kommen weitere ekklesiologische Bereiche, die angesichts ihrer eingeforderten plu- ralen Vermittlung neu reflektiert werden sollten: Mariologie, Eucha­ristie, Päpstlicher Primat, Gebetsfrömmigkeit und Liturgie sowie die Bedeutung von Kirche, Bibel und Dogma gemäß dem inkarnatori- schen Prinzip. Hier sollte weder das spezifisch Katholische zugun­sten der Präferenz einer „inhaltslosen humanen Gläubigkeit"108 ver­nachlässigt noch das für das klassisch als Seelenheil bezeichnete rele­vante Alleinstellungsmerkmal der Catholica im dialogischen Diskurs mit der pluralen Gesellschaft überakzentuiert werden. Zusammenfassend kann ein Resümee gezogen werden: der Stand der dogmatischen Forschung und lehramtlichen Explikation dokumentiert unerledigte und offene Fragen der Ekklesiologie ange­sichts der seit Jahrzehnten andauernden Pluralismus-Debatte. Da­bei handelt es sich um die Reflexion der Grenzen einer inklusivisti- schen pluralen Ekklesiologie und Theologie der Religionen. Beson­ders dringlich scheint es, dass ekklesiologisch „die theologische Qualität der nichtchristlichen Religionen unbestimmt" bleibt109. Wie soll demnach das ekklesiale Zuordnungsverhältnis zu den an­deren Religionen angesichts der Pluralistischen Religionstheologie konkret aussehen? Vorliegender Beitrag versucht nur eine mögli­che, ontologisch bescheidene Antwort zu liefern. Denn: Die Einheit „hat Christus seiner Kirche von Anfang an geschenkt, eine Einheit, die nach unserem Glauben unverlierbar in der katholischen Kirche besteht, und die, wie wir hoffen, immer mehr wachsen wird bis zur Vollendung der Zeiten" (UR 4). 107 BRANDMÜLLER, Walter (Hg.), Das eigentlich Katholische. Grenzen des Pluralismus, Aachen 1997, 8 (Vorwort des Herausgebers). Denn ein „klares Profil des katholischen Partners ist Voraussetzung für ein fruchtbares ökume­nisches Gespräch.“ (ebd.). 108 So das Etikett von SCHEFFCZYK, Leo, Strukturen katholischen Glaubens- denkens, in: BRANDMÜLLER, Walter (Hg.), Das eigentlich Katholische. Grenzen des Pluralismus, Aachen 1997, 9-34, 9. 109 RAHNER, K., Über die Heilsbedeutung der nichtchristlichen Religionen, in: DERS., Schriften zur Theologie, Band 13, Einsiedeln 1978, 343f

Next

/
Oldalképek
Tartalom