Folia Theologica 16. (2005)
Peter Caban: Die grundlegende liturgiegeschichtliche Entwicklung des Krankensalbungssakramentes bis Vaticanum II.
DIE GRUNDLEGENDE 45 8. Psalm 120 (119) mit der Antiphon Succurre, Domine, infirmo... (Nr. 9) 9. Aufforderung zum Gebet Oremus Dominum nostrum... (Nr. 10) 10. Die Oration Deus, qui humano generi... (Nr. 11) 11. Die Salbung (Nr. 12-30) 12. Hymnus Christe, caelestis medicina patris (Nr. 31) 13. Fünf Orationen - Propitietur Dominus..., Deus, qui facturae..., Deus, qui humano generi..., Virtutum caelestium Deus..., Domine, sancte Pater... (Nr. 32-36) 14. Die Kommunion unter beiden Gestalten (Nr. 37-39) 15. Elf Gebete (Nr. 41-51) 16. Der Segen (Nr. 52-54) Diese Ordo fürs Salbungssakrament war relativ anspruchsvoll einerseits der Anzahl der Gebete bei Kranken willen, andererseits auch aus der Sicht der Krankensalbungshandlung selbst. Der Priester hat zuerst den Kranken gebeten, sich in der Kreuzform hinzulegen. Dann wurde der Kranke auf fünf Köperssinnen: auf dem Hals, auf der Brust, zwischen Oberarmen und auf der zumeist wehtuenden Stelle gesalbt.66 Die Zahl der gesalbten Körperstellen beim Kranken in Mittelalter konnte so bis 20 sein. Die Fürbitte um die Krankenheilung67 wurde hauptsächlich bei der Feier betont. Pontificale Romanum aus dem 12. Jahrhundert hat den Salbungsritus mit den kleinen Abweichungen aus Pontificale Roma- no-Gcrmanicum wie Vermischung der beiden Formulare übernommen und dieser Ritus hat in vielen Bistümern bis ins 17. Jahrhundert angedauert.68 Im Kloster Rheinau im Bistum Konstanz war seltsames und relativ einfacheres Ritual zur Salbung im 12. Jahrhundert angewendet, das nur mit einem in Alba und Stola angekleidetem Priester - Ausdiener rechnete, beim Kranken sollte während der Salbung das Kreuz mit den Leuchtern und mit dem gesegneten Wasser vorbe66 Vgl. ders., Nr. 12. 67 Vgl.: KACZYNSKI, R.: Feier der Krankensalbung, in Gottesdienst der Kirche. Teil 7,2 Sakramentliche Feiern 1/2, Regensburg 1992, S. 278. 68 Ders., S. 279.