Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 211 blem, dass es unter den Soldaten verschiedener Herkunft wieder zahlreiche Banditen gab, sondern wieder das Gesundheitsniveau: Gian Francesco Aldobrandini verstarb an Krankheit am 17. Septem­ber in Varazdin. Clemens V111. verkündete seinen Tod beim Konsi­storium vom 26. September 1601.126 Den Oberbefehl übernahm sein Stellvertreter, der zwar viel bessere Talente besaß als sein Vorgän­ger, aber die Zahl der Soldaten nahm doch immer mehr ab: im No­vember waren nur 3.500 Soldaten in der Lage, zurückzukehren.127 Die Aktion kostete 375.600 Scudi, dazu die anderen Spesen wie der Lohn für General Aldobrandini, insgesamt 525.000 Scudi.128 Das ist, auf die oben erwähnte kirchenstaatliche Lage blickend, nicht we­nig. Für solche Ausgaben hatte Rom in den darauf folgenden Jah­ren kein Geld mehr. So blieb dem Papst wieder, den Weg der Diplomatie zu nehmen. Als in Ungarn der Bocskai-Aufstand129 (1605-1606) ausbrach, kulmi­nierten die Probleme. Bereits Anfang 1604 erschien es in der In­struktion für den Prager Nuntius, dass man einen katholischen 126 26. September 1601. BAV Barb. Lat. 2872. t'ol. 423. 127 BRANCUCC1 (Anni. 37) 197. 128 Es gab unterschiedliche Quellen, wie il Monte Novennale: „ 1600 - Motupro- prio di Clemente Vili, col quale alimenta di 1000 luoghi il Monte Novennale. Per provvedere alie spese detla difesa contro i Turchi. " Regestri di bandi (Anm. 101) Bd. 2. 228. So bleiben auch die Sechstel: „1601, maggio 10. - Roma - Bolla di Clemente VIII, con !a quale si impone uns tassa di 6 decimi spóra i beni ecclesiastici, per la continiiazione della guerra contro i Turchi " Ebd. 232f. Zwei Motuproprio für denselben Zweck von 1601: „[...] con qua­le si alimenta di 1000 luoghi il Monte del Sussidio Triennale ". Ebd. 237.; und noch „ 1000 luoghi a! Monte Novennale " Ebd. 338. Ein Motuproprio vom 3 1. Januar 1601 „di auinentare il Monte della F ede ad altri mille luoghi con l'interesse del 6%Ebd. 2441". Drei Abzahlungen über die Spesen befinden sich bei ed. BRANCUCCI (Anm. 37) 199-203. 129 István Bocskai (= Bocskay), Fürst von Siebenbürgen (1605-1606). Er ist 1577 geboren, war Kalvinist und mit den Báthorys verwandt. Bocskai hielt gute Kontakte zu Prag, wurde aber sehr enttäuscht. Im Herbst 1604 zog er gegen die Kaiserlichen, am 11. November zog er in Kaschau ein. Am 20. November 1604 erhielt er fürstliche Amtszeichen von der Pforte, wurde aber erst am 21. Februar 1605 zum Fürsten gewählt, nur die Sachsen wandten sich mit Waffen gegen ihn. Der Bocskai-Aufstand war sehr erfolgreich. Am 20. April wurde er in Szerencs zum Fürsten von ganz Ungarn gewählt. Der Sultan schenkte ihm am II. November eine Krone. Er schloss jedoch den sehr vorteilhaften Frie­den mit Prag in Wien am 23 Juli. Am 29. Dezember 1606 verstarb er in Ka­schau. BERTÉNYI (Anm. 18) 134-136.

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