Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 207 3.2. Viele andere schwere „negotii": Zwischen 1596-1599 Das nächste Jahr brachte einen neuen Sultan mit, der sich sofort entschloss, einen Feldzug gegen Ungarn zu führen. In Rom trafen erst hoffnungsvolle Berichte aus dem Jahre 1696 ein, wie ein sog. avviso über die Eroberung von Hatvan.1,,H Aber der Bericht über die Einnahme von Erlau (Eger),1119 die wichtigste Festung nach Norden, und die Schlacht bei Mezőkeresztes, die dann die größte Bataille des Langen Türkenkrieges wurde, ließen andere Töne anklingen. Clemens VIII. versuchte doch wieder eine Söldnertruppe zu bewer­ben, die auf dem Schlachtfeld zu Hilfe kommt. Diesmal brachen 7.500 Mann110 auf unter der Führung des Papstneffen Gian Frances­co Aldobrandini. Im Juli erreichten die päpstlichen Truppen Ovár (heute Mosonmagyaróvár). So konnten sie am 20. August 1597 Pápa mit den Kaiserlichen gemeinsam wiedererobern. Die Belagerung Raabs blieb erfolglos, sie tauchten dann auch bei Komorn (Komá­rom, heute Komarno in der Slowakei) auf. Gian Francesco hätte am liebsten die ungarische Hauptstadt und den Sitz des türkischen Statthalters Ofen angegriffen, aber den Vorschlag lehnte der Kriegsrat ab. Die alten Probleme tauchten leider wieder auf, so dass das Heer auf 2.000 Mann zusammenschmolz!111 Unter diesen Fakto­ren blieb für den päpstlichen General nur eine Wahl: seine Leute wieder zu entlassen. Der General der Kirche konnte für diesen „Ausflug" mit der gewöhnlichen Subvention von 40.000 Scudi außer der monatlichen 3.000 Scudi auch diesmal rechnen. Der Papst versuchte also, mit diplomatischen Mitteln eine even­tuelle Antitürkenliga weiter zu fördern, was 1598-1599 mit Prag auch deswegen etwas schwieriger wurde, weil dort die Nuntiatur nicht belegt war. Rom war auch wegen der polnischen Ansprüche für die Moldau etwas bitter, musste es doch einsehen, dass „ sic mit 108 109 * * * 108 Graz. 9. November 1596. BAV Urb. Lat. 1064. fol. 616. Mi der Hoffnung: “[...] andarsene sotto Zolnoch [=Szolnok] faccia focho che presto ei venga nelle mani perche poi gl i nostri e transilvani senza nesun travaglio potrano eongrongersi et l'uno, et l’altro sochorersi”. 109 Relatione della rótta de ’ Christiani sotto Agria. Gran, 23. Oktober 1596. Ebd. foil. 756-760. I 10 NIEDERKORN, Die europäischen Mächte (Anm. 27) 76. I 11 PASTOR (Anm. 37) 220.

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