Folia Theologica 16. (2005)
Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn
202 T. TÓTH Clemens hoffte sogar, möglichst bald einen offensiven Krieg anzufangen; dabei wäre die Hilfe Spaniens sehr wichtig, worauf er hinwies: „Aber das gilt cs in der ersten Jahreszeit zu versuchen, ohne dass die Feinde früher Wind davon bekommen, bevor sic das Feuer in ihrem Flaus spüren können,"80 Mit diesen Entsendungen war das Ziel nicht nur, eine Liga zu schließen, sondern auch ein eventuelles Bündnis mit dem Osmanenreich zu verhindern. Die Stellungnahme Polens war allerdings auch für Rom eine Frage,81 obwohl die Hoffnungen gegenüber den östlichen Staaten groß waren, auch weil sie die Gefahr spürten. Den italienischen Fürsten wurde sowohl die beispielhafte Vereinigung für die Schlacht von Lepanto, die für Clemens Vlll. selber ein Modell war, als auch die nahe liegende und Italien bedrohende Gefahr vorgelegt, wie am Anfang des Jahres bereits Ce- dulini betonte.82 Es fehlt auch nicht ein positiv gemeintes und ohnehin nicht ohne Echo gebliebenes Schmeicheln, als er auch „für den eigenen Ruhm Italiens"83 zu kämpfen auftrumpfte. Das wichtigste Argument bleibt jedoch „die Verbundenheit im heiligen Glauben und der christlichen Religion".84 Im Zusammenhang mit der orthodoxen Welt spielte die Hoffnung einer westlich-östlichen Kirchenunion (die dann teilweise in Brest 1598 verwirklicht wurde) eine wichtige Rolle. Ein bisschen kann man damit zusammen auch die Ansprüche 80 „Ma questa perà è opera da tenture nella prima stagione senza ehe i nemici potessero haver odore prima che sentissero il fuoco in Casa ". Erste Instruktion für Camillo Borghese, Außerordentlicher Nuntius in Spanien. Rom, 6. Oktober 1593. JAITNER 155-169. Cit. 167. Eine andere signifikante Stelle: „ Partó de la prontezza che moslrano tutti a questa impresa [d. h. der Krieg], et in particolare si dilata sopra quella di Nostro Signore, quäl sola doverct mover Sua Maestà a pigliar con grande ardir l'impresa. " Madruzzo an C. Al- dobrandini, Prag. 16. November 1593. Ed. ROBERG (Anm. 17) I. 267-273. Cit. 268f. 81 „[••■] et godendo fortuna splendida che mal volontier i si s note hazardare" Instruktion für Alexander Kumoloviæ. Gesandter in Osteuropa, Rom. 10. November 1593. JAITNER 186-204. Cit. 202. 82 Siehe Anhang I. [3|. 83 ,,[...] alla lode propria dell'Italia". Instruktion für Paolo Sanvitale, Eabio und Valerio Orsini. Außerordentlicher Nuntius und Gesandte an italienischen Fürstenhöfen. Rom, 30. Januar 1594. JAITNER 232-245. cit. 237. 84 „II primo capo è il vincolo della santa fede et religione Christiana". Instruktion für Paolo Sanvitale, Außerordentlicher Nuntius an italienischen Fürstenhöfen, Rom, 24. Januar 1594. Ebd. 216-225. Cit. 217.