Folia Theologica 15. (2004)

Hans Mendl: Ethikunterricht in Deutschland

92 H. MENDL 5. 5. Lehrerbildung an der Universität Passau Die Studienorganisation an der Universität Passau für das Ethik­studium nach der geänderten Lehrerprüfungsordnung für nun­mehr alle Lehrämter läuft erst an. Die folgenden Informationen sind der Entwurfsfassung einer Broschüre der Zentralen Studienbe­ratung entnommen. Organisiert wird das Fachstudium Philosophie für Lehramtsstu­dierende über den Lehrstuhl der Philosophie (Prof. Dr. Lütter­felds), welcher an der Philosophischen Fakultät angesiedelt ist. Der Charakter eines Ergänzungsfaches bedingt es, dass die Stu­dierenden keine verpflichtenden Scheine im Fach Ethik erwerben müssen. In der Informationsbroschüre heißt es deshalb: „Das gefor­derte Prüfungswissen muss also vollständig eigenverantwortlich erworben werden." In der Broschüre werden dann die einzelnen Prüfungsgebiete nach der LPO dargestellt, die mit einer mündlichen bzw. schriftli­chen Prüfung abgedeckt werden müssen. Die Kooperation zwischen Philosophie und Theologie läuft an der Universität völlig problemlos, was sich auch in der Koordina­tion des Lehrangebots für das Ethikstudium zeigt. Die Katholisch-Theologische Fakultät ist über den Philosophen, Prof. Dr. Liske, und den Moraltheologen, Prof. DDr. Peter Fonk, am Studienangebot für Lehramtstudierende beteiligt. 6. Zukunftsperspektiven Die Problematik einer fehlenden Letztbegründung des Ethikun­terrichts und die Verwiesenheit auf eine innergesellschaftliche Konsensbildung bei der Erstellung von Konzepten und Lehrplänen kann unterschiedlich angegangen werden. Sie verführt eventuell zur Haltung eines hämischen „wir sind letztlich doch besser", weil die transzendentale Verwiesenheit christlichen Gottesglaubens und die Beheimatung von Religionsunterricht in der jüdisch-christ­lichen Traditionsgeschichte eine fundierte Rahmenbedingung dar­stellen und Verhaltenssicherheit geben. Angemessener als konfron­tative Eitelkeit erscheint mir allerdings die Bereitschaft zur kon­struktiven Mitgestaltung zu sein. Das bereits erwähnte Bö- ckenförde-Zitat „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Vor-

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