Folia Theologica 13. (2002)

Attila Puskás: Gott der dreieine als Schlüssel zum verstehen der wirklichkeit trinitarische Ontologie bei Gisbert Greshake

TRINITARISCHE ONTOLOGIE BEI G. GRESHAKE 31 jekts' - 'Verlust des Subjekts'. Das bedeutet: Das neuzeitliche Subjekt os­zilliert zwischen zwei dialektisch einander strikt zugeordneten Polen. Es schwankt zwischen dem Pathos des Ich-selbst-sein-Wollens und der Ver­zweiflung vor der Übermacht der Objektwelt, zwischen Selbstkonstitution und Selbstdestruktion".11 Das erste Verhalten ergibt sich als Reaktion auf die Gefahr, dass das Subjekt im Kampf der einzelnen und Kol­lektiv-Subjekten gegeneinander und in der Homogenisierung der Wirklichkeit selbst eliminiert wird. In dieser Situation rebelliert das Subjekt entweder gegen die bestehenden Verhältnisse, sich selbst wieder zum Bezugspunkt der Welt setzend, oder es zieht sich in die Innerlichkeit des Privatlebens zurück, wo es sich selbst ohne Hin­dernisse verwirklichen meint. Die andere Möglichkeit ist die Flucht vor sich selbst in das umfangende Impersonale der Natur, in ein al­les verbergendes Ganze. Hier geht es nicht mehr um die Befreiung des Subjekts von der Übermacht fremder Mächte, sondern um die Befreiung vom Subjekt (vgl. Strukturalismus, Positivismus). Gres- hake weist auf die gemeinsame Wurzel beider Lösungsversuche, nämlich auf die cartesianische Subjektauffassung und empfiehlt als Ausweg der aus der trinitologischen Sicht kommende Person bzw. Subjektbegriff. „Das neuzeitliche Menschenverständnis, das an der Vor­herrschaft der Einheit und das heisst für das Subjekt: am Begriff der radi­kalen, autonomen Selbstbestimmung orientiert ist, bleibt so lange apore- tisch und führt in Widersprüche, als nicht das oder besser: der der Person gegenüberstehende andere seinerseits zum Begriff der Person gehört und ihr nicht einfach als das oder der Fremde, Unfreimachende, Begrenzende, Konkurrierende gegenübersteht. Genau das aber vermag ein am trinitari- schen Gott orientiertes Wirklichkeitsverständnis zu erklären. Hier herr­schen nicht Einheit contra Vielheit, sondern Einheit in Vielheit, Vielheit in Einheit".12 2.3 Dilemmas des gesellschaftlichen Miteinanderseins 2.3.1 Individualismus und Kollektivismus Die individualistische Auffassung der Gesellschaft und des Staa­tes stellt sich das Zustandekommen des menschlichen Zusammen­lebens als ein Gesellschaftsvertrag vor. Weil im „Naturzustand" je­11 GRESHAKE, G., Der dreieine Gott, 453. 12 GRESHAKE, G., Der dreieine Gott, 453.

Next

/
Oldalképek
Tartalom