Folia Theologica 11. (2000)

Ferenc Beran: Grundentscheidung und Todsünde

GRUNDENTSCHEIDUNG UND TODSÜNDE 97 schaft an der Gnade (Gottesliebe) hilft dem Menschen den Willen Gottes und seine Gesetze immer mehr zu erkennen. Die Gestalt des Gewissens hängt von der Festigkeit und Klarheit der Grundop­tion ab.12- Nach BRUNO FORTE, können wir die Bedeutung der Grundent- scheidug auch im Leben Jesu erkennen. Jesus suchte mit seinem menschlichen Verstand immer den Willen des Vaters zu erkennen und zu verwirklichen. Wir können sagen, dass seine Grundentchei- dung die Erfüllung des Willens des Vaters war. Seine Absicht manifestiert sich zum Beispiel bei der Versuchung in der Wüste, und im Garten von Getsemani.13 Bei der Versuchung in der Wüste weist Jesus die Versuchung des leiblichen Hungers, der politi­schen Macht, und der göttlichen Ehrung zurück (vgl Lk 4,1-11) Er argumentiert immer aus dem Altes Testament und durch solche Bezugnahme zeigt sich auch, dass er den Willen Gottes erfüllen will.14 Nach dem Evangelium, stärkt Jesus seine Grundentsche- dung nicht nur am Anfang seiner Mission, sondern auch am Ende, auf dem Ölberg, wenn er sagt: „aber nicht mein Wille, sondern der deine geschehe” (Lk 22, 43). 2. „Grundentscheidung” und Todsünde Die Theologen, die sich mit der Grundentscheidung beschäftigen, be­tonen folgendes: Man kann die menschliche Einzeltat nicht „an sich” be­trachten. Die menschlichen Einzeltaten stehen mit der Person und mit ihrem Ziel und Lebenslauf, mit anderen Worten mit Grundentschei­dung des Menschen in Zusammenhang. Nach diesen Theologen sei die Grundentschedung „eine dynamische Ausrichtung unseres Lebens, die durch und in einzelnen Akten realisiert wird”15 12 Vgl. BERNHARD HÄRING, Frei in Christus /., Herder, Freiburg, 1979. S. 239. 13 Vgl. BRUNO FORTE, Gesú di Nazaret, in: Storia di Dio, Dio della storia 1, Edizione Paoline, 1985. S. 231. 14 Nach die Bemerkungen der Exegeten müss man diese Versuchungen nur Zu­sammenhang mit der Geschicte Israels verstehen. Jesus zitat immer den Hauptgebot, dessen Wesen ist: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen” (Dtr 6,13) Vgl. JOSEF ERNST, Das Evangelium nach Lukas, St. Benno-Verlag GMBH Leipzig, Dresden, 1983. S. 111. 15 PIET FRANSEN, Das neue Sein des Menchen in Christus, in: Mysterium sa­lutis 4/2, Benzieger, Einsiedeln, 1965. S. 955.

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