AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1994-1998. Budapest (2000)

II. Az OSZK történetéből és munkájából - Németh Mária: Az Országos Széchényi Könyvtár értékeinek mentése a második világháború közepétől, 1942-től 1946-ig - Die Rettung der Werte der Széchényi-Nationalbibliothek zwischen 1942 und 1946

DIE RETTUNG DER WERTE DER SZÉCHÉNYI-NATIONALBIBLIOTHEK ZWISCHEN 1942 UND 1946 M. NÉMETH Die Ereignisse des zweiten Weltkrieges hatten bis Ende 1942 kaum einen Einfluss auf das Leben Ungarns und konkret das der Széchényi-Nationalbibliothek. Jedoch nach dem Luftangriff auf Budapest am 12. September 1942 begannen - wie überall - auch in unserer Einrichtung die Arbeiten zur Sicherstellung unseres Bestandes. Nach angemessener Vorbereitung begann schon Ende dieses Monats der Transport der dafür bestimmten Anteile des Bestandes ins Erdgeschoss des Nationalmuseums und der Schutz der dortigen Fenster mit Sandsäcken, und ab 1943 fing man an, die wertvollsten Dokumente in feuerfeste Kisten zu verpacken. Von diesen Kisten wurden 60 nach Veszprém, in den dortigen bombensicheren Schutzkeller der Ungarischen Nationalbank gebracht, andere wiederum - insgesamt 20 an der Zahl - kamen in einen dafür abgetrennten Teil des Schutzkellers in der Budaer Burg. Diese wurden im Herbst 1944 ins Gebäude des Ungarischen Nationalmuseums zurückgebracht. Die interne Sicherstellung des Bestandes vor Ort wurde 1943 und 1944 fortgesetzt. Nachdem die Räumlichkeiten im Erdgeschoss gefüllt waren, brachte man die zu schützenden Werte, in erster Linie die Sammlung ungarischer Zeitungen, die einzigartig dieser Art war, ins Kellergeschoss. Im Interesse der Benutzer war man bemüht, das Material überall zugängig zu unterbringen, aber dies konnte letzten Endes nur bei den am meisten benutzten Werken und Zeitungen dieser Jahre gewährleistet werden. Während der zu Weihnachten 1944 einsetzenden Belagerung Budapests wurde der Luftschutzdienst verstärkt, viele zogen sogar in die Kellerräume des stabilen Gebäudes. Am 16. Januar, zum Schluss der Belagerung der Pester Stadthälfte verminten die Deutschen das gesamte Gebäude und wollten es sprengen. Zum Glück konnte eine sibirische Einheit, die durch die Hintertür ins Gebäude drang, die Minenarme vernichten und somit das Leben von 100 Menschen, und geschriebene sowie gedruckte Werte der nationalen Kultur retten. Das Gebäude war von mehreren Einschüssen getroffen, es entstanden auch materielle Schäden, die aber nicht bedeutend waren. Im Herbst 1944 wollte die Führung der Bibliothek auch die größten Weite, die nach Veszprém gebracht worden waren, zurückführen, aber bis Dezember stellte sich heraus, dass die 60 Kisten zusammen mit den Goldreserven des Landes und weiteren Werten erst an die österreichische Grenze und später weiter nach Österreich transportiert wurden. Es dauerte zwei Jahre, bis der Auffindungsort des Materials ermittelt und es nach Hause zurückgeführt werden konnte. Damit blieb der Bestand der Széchényi Bibliothek der Nachwelt vollständig erhalten. Die Sicherstellung des Bestandes konnte unter der Leitung des Generaldirektors Dr. József Fitz, seines Stellvertreters Dr. Tivadar Rédey und der leitenden Mitarbeiter der Drucksachensammlung Alisz Goriupp bzw. der Zeitungssammlung Béla Dezsényi dank der aufopferungsvollen Arbeit der Mitarbeiter der Bibliothek mit einer vorbildhaften Organisiertheit gewährleistet werden. Die Nachwelt kann nur mit größter Dankbarkeit ihres Durchaltens gedenken. 322

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