AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Jügelt, Karl-Heinz: Die Gründung der ungarischen Nationalbibliothek im Spiegel der „Allgemeinen Literatur-Zeitung"
in dem alphabetischen Catalog. T. I. P. II. S. 251. allein mit einem doppelten Fehler, welcher dem Schwandtner nachgeschrieben ist; denn zuerst heißt derselbe nicht Reycherstorffer, sondern Reichersdorfer, und zweytens nicht Reychersdorf, S. Seivert Siebenbürgische Gelehrte S. 343.) Den Literatoren ist ein grosser Dienst dadurch geleistet, daß die Vf. der anonymischen Schriften, wofern es nur möglich war, sie aufzuspüren, angezeigt sind; nur man dieses manchem, aber doch trügerischem Gerüchte nach manchem eine Autorschaft beygemessen worden, von der er nichts weiß. So z.B. bezeugt Rec. (T. III. S. 101) als gewiß, daß von der Broschüre: Sola Salvisica ad trutinam Rationis expensa etc. Hr. Crudy der Vf. nicht sey. Bey dieser Ungewißheit ist doch dadurch zu viel geschehen, daß manche anonymische Schriften sogar im alphabetischen Catalog unter der Rubrik ihres präsumtiven Vfs. stehen, (wie z. B. T. I. P. I. p. 93). Zu den Zierden dieses Buchs gehört die Vorrede des verewigten Hofraths Denis 24 vor dem ersten Band, welche man sowohl wegen des classischen Stils, als wegen der darin verbreiteten Wärme für Literatur und deren Erweiterung mit Vergnügen lieset. Dum [enim] memoria repeto, (sagt der mit Unsterblichkeit gekrönte Barde Sinet) Virum talem (Comitem Széchényi) mihi Rem librariam in Caes. Regia Academia Theresiana tradenti dihgentem olim auditorem adsedisse, voluptate perfundor, dumque considero, hanc ejus voluntatem, de qua praefari me voluit, Hungáriáé conjuncta cum honore spectare commoda; tanto lubentius oblatam mihi provinciám complector, quanto plura, neque obscura dudum extant studii mei, atque observantiae in amplissimum illud atque optimorum ingeniorum ferax Regnum argumenta. — Noch haben wir nach dieser Vorrede zu erwarten: a) Nachträge der in der Folge angeschaften Bücher, b) Einen 2ten Tomus oder das Verzeichnis der zahlreichen Handschriften der Gräflichen Bibliothek, c) Ein Verzeichnis von Portraits und Kupferstichen, die Ungarische Personen und Gegenstände vorstellen, d) Wie auch von dergleichen Landkarten, e) Und Münzen. Zu den letztern wird der Hr. Graf die vorzüglichsten Stücke seines sehr ansehnlichen Münzvorraths in Kupfer stechen lassen. Welche angenehme Erwartungen für Freunde der Ungarischen Vaterlandskunde. Doch noch ein anderer großer Gedanke schwebt vor seiner Seele — er will den Gebrauch seiner Bibliothek gern ausgebreitet wissen, er will sie den Gelehrten zugänglich machen, er will sie gleichsam zum NationalEigenthum erklären. Rec. wird auf die Ausführung dieses Gedankens aufmerksam seyn, und das Publicum zu seiner Zeit davon unterrichten. Möchte dies doch auf eine Art geschehen, welche den Ungarischen Literatoren wirklich den Gebrauch und die Benutzung dieser Schätze erleichterte! Nichts wäre trauriger, als wenn sie von neidischen oder ängstlichen Bibliothekaren bewacht, oder der Oberaufsicht von Leuten anvertraut würden, die es mit der Literatur nicht aufrichtig gut meynten!" Die in der Rezension angekündigte Nachricht von der Stiftung finden 24. Denis, Johann Nepomuk Cosmas Michael (1729—1800) :|Dichterfund Bibliograph ; erster Kustos der Kaiserlichen Hof bibliothek in Wien seit 1791." Anagramm : Barde Sined. 8* 115