AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1978. Budapest (1980)

III. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Komjáthy Miklósné: A retrospektív nemzeti bibliográfia történetéhez (Az 1921 1944. és az 1945—1960. évek könyvészete) - Zur Geschichte der retrospektiven Nationalbibliographie

ZUR GESCHICHTE DER RETROSPEKTIVEN NATIONALBIBLIOGRAPHIE K. KOMJÁTHY Nach der Befreiung 1945 hat sich die ungarische Nationalbibliothek Széchényi bereit­erklärt die retrospektiven Nationalbibliographien zu pflegen und die damit verbundenen Dienstleistungen und Veröffentlichungen vorzunehmen. Mitte der 50-er Jahre haben die dafür zuständigen Organe, der Hauptausschuss für Bibliothekswesen der Ungari­schen Akademie der Wissenschaften und das Leitungsgremium der Nationalbibliothek in Fachberatungen die Grundlagen für die Redigierung der retrospektiven Biblio­graphien der neueren Zeit und die Reihenfolge ihrer Veröffentlichung für die beiden grossen Perioden, die zwischen den beiden Weltkriegen und die nach der Befreiung festgelegt. Die Nationalbibliothek entschloss sich zunächst über die Periode des Auf­baues des Sozialismus Rechenschaft zu geben und erst anschliessend die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zu bearbeiten. Damit sollen die letzten Lücken der ungarischen Nationalbibliographie für den Zeitraum seit 1712 geschlossen werden. Das retrospektive bibliographische Unternehmen der Nationalbibliothek wurde nach de Befreiung mit der kumulativen Bibliographie „Bibliographia Hungarica" der Jahren 1945—1960 begonnen. Die Veröffentlichung hält sich an das System der kurrenten Nationalbibliographie, nach Wissenszweigen geordnet und benutzt abge­kürzte DK-Signaturen in ca. 1200 Gruppen. Als Grundlage werden die der National­bibliothek zugesandten Pflichtexemplare benutzt, wobei die Titel während der Redigierung aus den Beständen der Budapester Institutsbibliotheken und aus den Beständen der übrigen Universitäten im Lande ergänzt werden. Die Bibliographie enthält Bücher, jährlich einmal erscheinende periodische Veröffentlichungen und ausnahmsweise diejenigen Veröffentlichungen, deren Umfang zwar kleiner als ein Druckbogen ist, aber bedeutendes, für die Zeitspanne kennzeichnendes Quellenmaterial enthalten. Die Bibliographie erfasst nicht: die Lehrbücher der Grund- und Mittel­schulen, vervielfältigtes Lehrmaterial von Kursen, Programme von Schulen, Gebrauchsdrucke, Informations- und Reklam-Publikationen, die Kleindrucke weniger als ein Druckbogen, Sonderdrucke (mit Ausnahme derer, die zu Buchserien gehören) und in Lohnarbeit für ausländische Verlage angefertigte Werke. Die nicht in Ungarn hergestellten, aber auch von ungarischen Verlagen verlegten Werke, also sog. gemein­same Veröffentlichungen werden als Hungarica behandelt und mit den inländischen Veröffentlichungen zusammen erfasst. Von wissenschaflichen Sammelbänden und schöngeistigen Antologien werden analytische Titelaufnahmen angefertigt, um eine mehrseitige Aufschliessung zu erreichen. Die 5 Bände dieser Bibliographie erschienen in der zweiten Hälfte der 60er Jahre in kontinuierlicher Folge (1964—1968). Als Ergänzung erschienen in selbständigen Bänden die retrospektiven Bibliographien der zwischen 1945 und 1960 erschienenen Landkarten und Musikalien in den Jahren 1969 und 70. Die retrospektive Biblio­graphie für 1945 — 60 erschien in 7 Bänden im A4-Format auf 232 Druckbogen mit 3690 Seiten, die ca. 68 000 bibliographische Einheiten enthalten (Bücher, Landkarten, Musikalien). Die vorher nötigen Sammel- und Ordnungsarbeiten und die Redigierung der beiden grossen Kumulationen 1945 —1960 und 1921 — 1944 liefen parallel seit 1960. Naturgemäss gibt es wenig Ähnlichkeit zwischen den Buch Veröffentlichungen der beiden Perioden. In Bezug auf die Redigierungsprinzipien und die methodischen Gesichtspunkte hängen jedoch die beiden Veröffentlichungen eng zusammen. Die Redigierung der Bibliographie 1921 — 1944 ist seit 1970 auch Planaufgabe der Redaktion für retrospektive Bibliographie. Der Sammelbereich der Publikation wurde damit bestimmt, dass es in Horthy-Ära nur unregelmässig, oder überhaupt keine nationale Bibliographie erschienen ist. Der bedeutende Teil des Titelbestandes wird also in dieser Publikation zum erstenmal veröffentlicht. Gegenüber der Biblio­graphie 1945—1960 enthält die Bibliographie 1921 — 1944 auch Titel von Lehrbüchern und Kalendern aller Art. Der Sammelbereich der Bibliographie richtet sich nach dem territorialen Prinzip, dass heisst berücksichtigt die Veränderungen der Staatsgrenzen nach den Wiener Schiedssprüchen. Demgemäss enthält auch die Druckwerke der in 274

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