AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1974-1975. Budapest (1978)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Wix Györgyné: Német szerencselovagok a 18. század végi Magyarországon - Deutsche Abenteuerer des achtzehnten Jahrhunderts in Ungarn
Deutsche Abenteurer das achtzehnten Jahrhunderts in Ungarn (Kulturhistorische Angaben an Hand einiger Rariora der Nationalbibliothek Széchényi) B. WIX Während der letzten drei Jahrzehnte des achtzehnten Jahrhunderts wirkten zahlreiche aus Deutschland stammende Literaten in Ungarn. Die gespannten Beziehungen zwischen Preussen und der Monarchie trugen dazu bei, dass viele, denen der preussische Boden unter den Füssen brannte, in den Staaten der Monarchie Zuflucht und Karriere zu finden hofften (ebenso, wie Österreicher und Ungarn in Preussen). Die Studie befasst sich mit drei dieser literarischen Abenteurer an Hand ihrer im Druck erschienenen und in der Nationalbibliothek Széchényi aufbewahrten Werke. Christian Friedrich HÜTTENRAUCH war der Herausgeber einer — in der deutschen Pressegeschichte Ungarns bisher als verschollen gegoltenen — moralischen Wochenschrift (Geschichte des Faschings...) die im Jahre 1779 zu Pressburg bei Patzko herauskam. HÜTTENRAUCH war ein Offizier und wurde in 1780. „wegen Malevexation" zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung erfolgte in effigie — wie es eine, dem Bändchen der Wochenschrift zugefügte Handzeichnung darstellt. HÜTTENRAUCH selbst flüchtete zeitlich nach Augsburg, wo er den dortigen Domprediger Aloysius MERZ mit einem Schreiben über seine Bekehrung zum Katholizismus als Gönner zu gewinnen suchte. Carl Heinrich von GEISPITZHEIM stand auch in militärischen Diensten, erst in Preussen, dann (da er wegen der Publikation einer Regimentsgeschichte zu desertieren genötigt gewesen war) in Ungarn. Im Jahre 1788 verfasste er einen Arbeits- und Organisationsplan über „das Aufsuchen von Opalsteinen" im Gebiete von Kaschau. (Die Verfasserin dieser Studie möchte diese Gelegenheit ergreifen, sich für die Angaben und Hilfe von Herrn Doktor Hans BLECKWENN, dem militärgeschichtlichen Lektor des Biblio Verlages zu bedanken.) Heinrich Wolfgang von BEHRISCH ist der dritte dieser fahrenden Ritter, dessen Leben und Werk behandelt werden. BEHRISCH war ein höchst fruchtbarer moralischer Schriftsteller, der im Sinne der Aufklärung so zahlreiche Werke herausbrachte „wie Sand im Meere", dabei führte er ein äusserst Wechsel volles und ziemlich unmoralisches Leben. Da er in enger Beziehung zu einem führenden ungarischen Politiker des josephinischen Zeitalters, dem Grafen Nikolaus FORGÁCH stand, verweilte er mehrmals in Ungarn und publizierte hier drei Schriften. Sein Leben und Werk werden eingehend behandelt. 232