AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1973. Budapest (1976)

II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Berczeliné Monori Erzsébet: A Színháztörténeti Tár díszlet- és jelmezterveiről - Dekorations- und Kostümentwürfe in der Theatersammlung

nehmen, ein lehrreiches Muster der ungarischen szenischen Kunstgeschichte bildet. Die Beschaffung der Entwürfe erfolgte von Anfang an planmäßig, um aus jeder Epoche über Material zu verfügen und von jedem Bühnenbildner einige ausgezeich­nete Arbeiten zu besitzen. Unser Artikel erwähnt also in Verbindung mit der ungari­schen szenischen Geschichte nur jene Namen, deren Werke in unserer Sammlung zu finden sind. Die allerältesten originalen Dokumente des adeligen Theaterspiels sind die Arbeiten von Pietro TBAVAGLIA, Carl MAUBEE, Girolamo LB BON USW. Sie alle wirkten als Dekorateure am fürstlichen Esterházyschen Hoftheater. Die ersten Denkmäler der professionellen ungarischen Schauspielkunst sind durch einige aus 1843 stam­mende, romantische Entwürfe von György TELEPI, Theatermaler des Ungarischen National Theaters vertreten. Mit Beginn der achtziger Jahre des Jahrhunderts treten zwei führende Persönlichkeiten des inländischen Dekorationsentwurfes hervor: Mór LEHMANN und Ágoston SPANNBAFT. Beide sind durch starke Bande mit Wien ver­bunden, ihre Namen und Arbeiten auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ihre Werke sind von der Münchener Schule PILOTT und jener des Wiener MAKABT­Studios, ebenso vom realistischen Stil der Meininger beeinflußt. Der Kostümbildner Jenő KÉMÉNDY ist ein würdiger Zeitgenosse dieser beiden Künstler, die ihre Arbeiten präzis und mit Geschmack ausführten. Der revolutionäre Einfluß der Theorien und Tätigkeit von Adolph APPIA und Gordon GBAIG in der szenischen Kunst macht sich in inländischer Relation rasch bemerkbar. Die Tätigkeit der Thalia Gesellschaft, die Entwürfe von László MÁBKTJS und viele szenische Versuche kurzlebiger Experimentaltheater beweisen dies in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. In den dreißiger Jahren wuchs eine Gruppe von Bühnenbildnern heran, deren Laufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg reifte und reiche Frucht brachte. An der Spitze steht Gusztáv OLÁH, der auch im Ausland gut bekannte, anerkannte Regisseur und Bühnenbildner des Opernhauses. Sein theoretisches Wissen sondergleichen ist von großartigem Zeit- und Stilgefühl, von Farbenkultur, Zeichenfertigkeit und tech­nischem Können ergänzt. Auf diesem Gebiet stehen ihm Zoltán^FÜLÖp und Mátyás VABGA würdig nahe. Unter den Zeitgenossen charakterisiert Almos JASCHIK eine Fähigkeit, folkloristische Elemente aller Nationen geschmackvoll zu stilisieren, Tibor UPOB prägnanter architektonischer Stil. Teréz NAGYAJTAY und Tivadar MÁBK sind mit ihren Kostümentwürfen den angeführten Künstlern würdige Partner. Die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetretene neue Generation kennzeichnet frischer Ton, kühne Linienführung. Das neue Material hat nicht nur in der Baukunst, Bildhauerei und Malerei, sondern auch auf diesem Gebiet einen neuen Stil geschaffen. In unserer Sammlung vertreten, diese Epoche die Bühnenbildner István KÖPECZI Bócz, József CSELÉNYI, sowie Árpád CSÁNYI und weiters Erzsébet MIALKOVSZKY, Judit GOMBÁÉ, Éva Poós und Márta JÁNOSKTJTI mit ihren Kostümentwürfen. Wir haben noch zu erwähnen, daß es — wenn auch nicht so häufig wie im Aus­land — auch bei uns vorkommt, daß Theaterdirektoren zu Bühnenausstattungen namhafte Maler einladen. Deshalb besitzen die zu uns gelangten Dekorationsentwürfe, Bühnenbilder von Ödön MÁBFFY, István PEKABY, Gyula HiNCZ und György KONECSNI besonderen Wert. 180

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