AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1973. Budapest (1976)

II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - V. Windisch Éva: Fondok az Országos Széchényi Könyvtár Kézirattárában - Fonds in der Handschriftensammlung in der Széchényi Nationalbibliothek

Fonds in der Handschrijtensammlung der Széchényi Nationalbibliothek É. V. WINDISCH Die Studie beschäftigt sich mit den in Handschriftensammlungen aufbewahrten Fonds, besonders mit den Fonds der Handschriftensammlung der Nationalbibliothek Széchényi. Ihre Bearbeitung und auch die Praxis der Handschriftensammlungen anderer Bibliotheken wird besprochen. Der Begriff des Fonds in unserer Praxis wird folgend definiert : wir betrachten als Fond die Gesamtheit der handschriftlichen Dokumente, die infolge der Tätigkeit irgendeiner Person zustandegekommen sind, bestimmungsgemäss bei ihm geblieben oder zu ihm angekommen sind, ferner die im Laufe der handschriftensammlerischen Tätigkeit irgendeiner Person zustandegekommene und in der Handschriften Sammlung auch zusammengehaltene Handschriftengruppe. Haupttyp des Fonds ist der Nachlass, beziehungsweise dessen bedeutendes Bruchteil (z.B. ein Briefwechsel, oder wenn jemand die Dokumente eines Abschnittes seiner Tätigkeit der Sammlung übergibt). Die Studie stellt beim Überblick der in den verschiedenen Zeiten in die Sammlung gekommenen Nachlässe fest, dass das Sammeln der Fonds in der Handschriften­sammlung der Nationalbibliothek Széchényi keine neue Aufgabe ist, denn seit ihrem Bestehen sammelt sie solche. Was sich im Laufe der Zeit geändert hat, war die Bear­beitung dieser Fonds. Die erste Periode der Bearbeitung (fast das ganze neunzehnte Jahrhundert durch) war die Zeit der Handschriftenbände: man hat alles Material — Handschriften, auch Briefe — in Bände geformt und diese nach Sprache und Grösse in Serien aufgestellt. Zu diesen Bänden stand ein alphabetischer Katalog zur Ver­fügung. Aus praktischen Gründen, aber auch durch die Ehre vor der einzelnen Hand­schrift, vor dem „Autographen" geleitet, kamen am Ende des neunzehnten Jahr­hunderts die Korrespondenzsammlung und die Analektaserie zustande. Im Ersteren wurden die Briefe nach ihren Verfassern in ein einziges Alphabet geordnet, in der Zweiten alle andere Handschriften kleineren Umfanges. Dieses Verfahren hat zwar das Auffinden der einzelnen Stücke erleichtert, aber die Nachlässe in einem noch viel grösseren Masse zerstückelt. Die einzelnen Stücke eines jeden Nachlasses wurden in das sogenannte Akzessionsinventar gemeinsam eingetragen; die Nachlässe blieben also dadurch rekonstruierbar. Dem Prinzip der Provenienz entsprechende Methoden wurden bei der Bearbei­tung der Fonds im Jahre 1963 in der Handschriftenabteilung der Nationalbibliothek Széchényi eingeführt (in der Handschriftensammlung der Ungarischen Wissenschaft­lichen Akademie schon einige Jahre früher). Die einzelnen Fonds werden nach ent­sprechendem Ordnen als selbständige Einheiten aufgestellt; vom Fond selbst wird ein Repertórium angefertigt, von den einzelnen Stücken verweisartige Katalogzettel. Diese Methode der Bearbeitung entspricht auch den Ansprüchen der modernen komplexen Forschung; sie zieht aber gleichzeitig auch die Konsequenzen des raschen Zunehmens des Materials, das besonders seit der Mitte unseres Jahrhundertes besteht. Die zweite Hälfte der Studie bespricht einige Probleme, die sich bei der Behand­lung des Materials in Fonds ergeben. Es werden die Fragen des Sammelgebietes der Bibliothek und des Archives bezüglich der Fonds besprochen mit der Bemerkung ergänzt, dass das Sammelgebiet der Handschriftensammlungen unter den Biblio­theken praktisch nicht umgrenzbar zu sein scheint, dies ist aber auch nicht unbedingt nötig. Bei der Besprechung des schweren Problems der Skartierung wird festgestellt, dass bei den persönlichen Fonds diese Frage in jedem Fall nur einzeln gelöst werden kann. Die Bedeutung der fondbildenden Person gibt allerdings einen gewissen Anhalts­punkt dazu, dass das Skartieren in einem der Bedeutung entsprechendem Masse, aber sehr vorsichtig durchgeführt werden muss. Zum Schluss wird das Ordnen der Fonds besprochen. Nach der Beschreibung einiger ungarischen und ausländischen Fachordnungen wird die von diesem in gewissem Masse abweichende, aber nach der Meinung der Studie sowohl den Ansprüchen der Logik wie auch der Forschung am meisten entsprechende Fachordnung der Handschriftensammlung der Ungarischen Nationalbibliothek begründet. Zuletzt werden noch einige beim Ordnen der Nach­lässe hervorkommende Probleme besprochen. 159

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