AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1967. Budapest (1969)

III. Az OSZK munkáiból - Fallenbüchl Zoltán: Hungarika térképek a bécsi közgyűjteményekben - Ungarn betreffende Kartenbestände in den Wiener Sammlungen

Ungarn betreffende Kartenbestände in den Wiener Sammlungen Z. FALLENBÜCHL Der Verfasser dieses Artikels hatte im 4. Quartal des J. 1966 die Gelegenheit gehabt, auf Grund eines Auftrags vonseiten der Ungarischen Nationalbibliothek Széchényi und des Institutes für Ausländische Kulturbeziehungen, die Kartensammlungen der österreichischen Hauptstadt, Wien, zwecks registrierung der Ungarn betreffenden alten Kartenbestände durchforschen zu können. Er besuchte mehr als zehn Kartensammlungen: während seiner Arbeit fand er überall hilfsbereite, ja sogar sehr herzliche Aufnahme. Das Ergebnis der Forschungsarbeit ist reichlich, besonders in den Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek und des österreichischen Staatsarchivs Finanz- und Hofkammerarchivs, jedoch konnten auch in den übrigen Sammlungen interessante Exemplare gefunden werden. So z. B. sind in der Kartensammlung der ÖNB nicht nur wertvolle Manuskriptkarten,. sondern auch seltene Kupferstich- und gedruckte Karten zu finden. Unter den Manuskript­karten sind Kartenentwürfe von Sámuel Mikovinyi und János Kovács, die Entwürfe zu der sog. Lascy 'sehen Ungarnkarte und die zahlreichen Schlacht plane der Tür kenkriege von besonderer Bedeutung. Unter gestochenen Karten verdienen eine spätere Ausgabe der Lazaruskarte aus dem Jahre 1559, eine Transdanubienkarte aus dem Jahre 1577 und die Pester Überschwem­mungskarte von Samuel Blaschnek aus dem Jahre 1838 besondere Erwähnung. Auch die Handschriftensammlung der ÖNB hat nicht wenige Ungarn betreffende Karten und Ansichten,. um nur die grosse J. Chr. Müller'sche Grenzkarte aus dem Jahre 1699 und die Festungsan­sichten von Martin Stire (um 1660) zu erwähnen. Besonders wertvoll kann ein kleiner Abriss der Festung Grosswardein gelten, an dem das sehr berühmte, im Jahr 1660 durch die Türken vernichtete Reiterstandbild des Hl. Ladislaus, König von Ungarn, das bisher nur von Be­schreibungen bekannt gewesen war, ziemlich genau abgebildet ist. Auch die Kartensammlung des Finanz- und Hofkammerarchivs ist reich an Karten, die für die ungarische Geschichtsforschung und Kunstdenkmalpflege von Interesse sind. Erwähnung verdienen nicht nur die zahlreichen Karten von S. Mikovinyi und die Wasser­baukarte der Gebrüder József und Gábor Kiss, sondern auch die Bergbaukarten von Gábor Lippert, eines sehr begabten Bergbauingenieurs von Ungarn (1720er Jahre) und des Belgiers Maximilien Fremaut, der eine Zeitlang sich in Ungarn betätigte. Besonders interessant ist für die Geschichte der ungarischen Kartographie, dass aus vielen Karten dieser Sammlung die Betätigung einer bisher wenig bekannten Kartenzeichnergruppe bei der Pressburger Ungarischen Hofkammer in den 1760er und 1770er Jahren gut zu erfassen ist. Im Haus- Hof- und Staatsarchiv befindet sich eine Karte aus dem Jahre 1602, die dadurch sehr interessant ist, dass sie den Zustand der von den Türken besetzten Festung Ofen am Anfang des XVII. Jahrhunderts authentisch darstellt. Auch die Kartensammlungen der Geologischen Bundesanstalt, des Post- und Teleg­raphenmuseums sind reich an Ungarn betreffenden alten Kartenbeständen, ganz zu schweigen von der Sammlung des Kriegsarchivs, dessen Bestände aber seit mehr als drei Jahrzehnten durch die Betätigung von Kálmán Eperjesy und András Borbély in Ungarn schon bekannt geworden sind. Der Erwähnung wert sind auch die Sammlungen des Geographischen Institutes der Universität Wien und der Bibliothek des Statistischen Zentralamtes, die aber zumeist Karten aus neuerer Zeit besitzen. Alle diese Bestände können sehr wichtig für die Forschungsarbeit der ungarischen Histo­riker, Geographen und Kartographen sein, weshalb ihre baldige Aufnahme auf Mikrofilm für Ungarn sehr wünschenswert wäre. Für die wertvolle Hilfe der Forschung- und Registrierungsarbeit muss hier besonders den Herrn Hofrat Dr. Rudolf Kinauer, Direktor der Kartensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Herrn Hofrat Univ. Prof. Dr. Hans Leo Mikoletzky, Leiter des Archiv­wesens in Österreich, Herrn Archivoberrevidenten Erich Günter Schmidt (Finanz- und Hof­kammerarchiv), weiter den Herrn Univ. Prof. Dr. Ernst Bernleithner und Landesoberver­messungsrat Dr. Ing. Karl Ulbrich, die mit ihren Informationen die Arbeit des Verfassers erleichterten, Dank gegeben werden. Dank gebührt auch Herrn Oberstaatsbibliothekar Dr. Johannes Nowack, Leiter der Bibliothek des Statistischen Zentralamtes und Herrn P. Haigl (Post- und Telegraphenmuseum) für ihre, dieser Arbeit geleisteten Hilfe. Sie alle, wie auch noch viele weitere, deren Namen hier nicht zu erwähnen möglich ist, trugen viel zum Erfolg dieser Forschungs- und Registrierungsarbeit bei. 332

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