AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1963-1964. Budapest (1966)
III. Az OSZK gyűjteményeinek anyagából - Durzsa Sándor: Egy korai itáliai ars dictaminis az Országos Széchényi Könyvtár kódexében - Eine frühe italienische „Ars dictaminis" in der Handschriftensammlung der Széchényi-Nationalbibliothek
Bernardus sehr praktisch mit vielen Beispielen seine Lehre über die Apposition. Auch der Aufsatz veranschaulicht mit Beispielen, daß die Apposition bei Bernardus eine gesuchte, durch die Umgruppierung der Satzteile entstandene Stilart der Kunstprosa bedeutet. Unter den Sätzen der Apposition-Lehre finden wir aber keine Regel oder Vorschrift zur Gestaltung des rhythmischen oder gereimten Prosastils. Seine Lehre bedeutet aber doch einen gewissen Übergang zur Entstehung der rhythmischen Prosa, da er den Begriff der Distinctionen einführt und die Aufmerksamkeit auf den Umfang (auf die Länge) der Worte am Ende der Sätze richtet. Nur die späteste Fassung des Werkes von Bernardus enthält auch die Cursus-Theoxie. Diese Fassung kann auf Grund der enthaltenen historischen Namen auf 1190—1210 datiert werden. In den früheren, um die Mitte des XII. Jahrhunderts entstandenen Fassungen finden wir die Cursus-Theorie noch nicht. Dieser Umstand bezeugt, daß die Cursus-Theorie erst am Ende des XII. Jahrhunderts in die Ars dictaminis eindrang. Das Werk von Bernardus nimmt unter den bisher bekannten frühen Artes dictaminis darum eine Sonderstellung ein, weil es sich nicht nur mit dem Brief, sondern auch mit anderen literarischen Gattungen beschäftigt. Der Aufsatz faßt schließlich noch die rhetorischen Quellen der Gattungstheoi ie und die damit zusammenhängenden Stilfragen kurz zusammen. 154