AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1961-1962. Budapest (1963)

II. A könyvtári munka módszertani kérdéseiről - Németh Mária: A központi katalógus szerkesztésének Berghoeffer-féle módszere - Die Berghoeffersche Methode zum Aufbau des Zentralkatalogs

Die Berghoejfersche Methode zum Aujbau des Zentralkatalogs M. NÉMETH Im Jahre 1891 begann Gh. W. Berghoeffer mit der Organisierung des Frankfurter Sam­melkatalogs, der seinem Namen in aller Welt Ruhm und Anerkennung verschaffte. Der Kata­log wurde 1906 zum Zentralkatalog des deutschen Sprachgebiets, der sich außer den Biblio­theken Deutschlands auch auf die Bibliotheken Österreichs, der Schweiz und Hollands er­streckte. Der Katalog entwickelte sich schnell, er registrierte nach dem Kriege etwa sieben Millionen Fundorte. Das größte Verdienst und die größte Bedeutung gebührt der Tätigkeit Berghoeffers dafür, daß er die Ziele und Aufgaben des Sammelkatalogs zeitgemäß bestimmte. Er über­trug nicht die Regeln eines Instituts auf den Zentralkatalog ; er erkannte nämlich, daß der Sammelkatalog sowohl im Prinzip, wie auch in Strukttir vom alphabetischen Katalog einer Bibliothek abweicht. In diesem Sinne formulierte er die grundlegenden Aufgaben des Zentralkatalogs : Unter­stützung der Fundortbestimmung und des Leihverkehrs zwischen Bibliotheken. Berghoeffer führte die Organisierung und Zusammenstellung seines Sammelkatalogs mit den sparsamsten Methoden aus. Beim Aufbau des Katalogs trennte er mit kühner Neue­rung die Reihe der Verfasserschriften von den anonymen Schriften; bei der Einordnung ließ er die Vornamen der Autoren außer Acht, usw. Er änderte das traditionelle System des Katalogs im wesentlichen und wurde dadurch Begründer der Entwicklung, die nach dem zweiten Weltkrieg zur Modernisierung und Erneuerung der Zentralkataloge führte. Berghoeffer publizierte seine Auffassung in mehreren Abhandlungen. Sein System be­gann jedoch seine Laufbahn nicht in seinem Vaterlande, sondern in der Schweiz (Godet, Grosser) . Die schweizerische Reform (s. die Abhandlungen Eggers) ging über die ursprüngliche Konzeption Berhoeffers in mancher Hinsicht hinaus, doch berührte sie das Wesen seines Systems nicht. Nach dem zweiten Weltkrieg schaffte sich das System Berghoeffers in mehreren Ländern Raum (Bulgarien, Jugoslawische Bundesrepublik, Deutsche Demokratische Republik, Frank­reich, Deutsche Bundesrepublik, usw.), ja, sogar der Fachausschuss für Zentralkataloge der IFLA anerkannte ebenfalls die Richtigkeit, wie auch die vemunftmäßige und wirtschaft­liche Verwendbarkeit des Berghoefferschen Regelungsprinzips. Es ergibt sich die Frage, ob es sich lohnt, den seit 1924 bestehenden und 2% Millionen Zettel enthaltenden Zentralkatalog der ungarischen Nationalbibliothek nach dem System Berghoeffers umzugestalten? Die Abteilung der Zentralkataloge der Nationalbibliothek hatte in dieser Hinsicht Versuche gemacht. Auf Grund der Erfahrungen gelangte sie zur Schlußfolgerung, daß damit sowohl die Arbeit des Aufbaus als auch die der Informations­erteilung wesentlich verkürzt wird. Die Einordnung in den nach dem Berghoefferschen System aufgestellten Teil des Katalogs verminderte sich um ein Drittel der üblichen Zeit­dauer, die der Informationserteilung sank sogar auf die Hälfte der früheren zurück. Im Prinzip scheint also die Umgestaltung des Zentralkatalogs nach dem System Berghoeffers wünschenswert. Es muß jedoch beachtet werden, daß dies eine recht große Arbeit bedeuten würde. Man soll daher in Erwägung ziehen, in welchem Verhältnis der sich erst später zeigende überaus große Vorteil zu der mit der Umgestaltung des Katalogs verbundenen Mehrarbeit steht. Zur endgültigen Beantwortung dieser Frage sind weitere Versuche notwendig, da die besten Methoden des Katalogaufbaus nur nach gründlicher Überlegung bestimmt werden •dürfen. 171

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