Kaszab Zoltán (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 77. (Budapest 1985)

Jánossy, D. ; Vörös, I.: Revision der mittelpleistozänen Säugetierfauna des "Felsdaches" Szuhogy-Csorbakő (Nordungarn)

Faunenliste des "Felsdaches" Szuhogy-Csorbakő (Zahl der Knochenreste) 1 1928/29 1930/34 Insgesamt Arvicola sp. 1 1 Vulpes vulpes 2 — 2 Ursus deningeri 2 2 4 U. spelaeus 7 — 4* U. arctos 2 5 7 Crocuta crocuta 12 24 36 Putorius putorius 1 — 1 Meies meles 5 1 6 Leo gombaszoegensis — 1 1 L. spelaeus wurmi — 1 1 Dicerorhinus hemitoechus .— 1 1 Coelodonta antiquitatis .— 5 5 Coelodonta sp. 4 11 15 Mammuthus primigenius 6 1 7 Equus mosbachensis 16 22 38 Equus sp. — 4 4 Megaloceros giganteus — 10 10 Rangifer tarandus — 3 3 Bison schoetensacki 4 11 14* Bison priscus priscus 5 5 10 66 108 170 * Aus der Grabung 1928/29 4 St. verloren gegangen STRATIGRAPHISCHE EINSTUFUNG Die Säugetierfauna von Szuhogy vertritt den typischen Fall der „charakterlosen" Pleistozänen Faunen, die für das noch heute ebendeswegen so wenig bekannten Mittelpleistozän so bezeichnend ist (JÁNOSSY 1976, 1979). Es ist ganz verständlich, dass sie seinerzeit als Jungpleistozän („Solutreen") gewertet wurde (GAÁL 1933). Die im vorliegenden Artikel metrisch-morphologisch eingehend analysierte und mit alt- und jungpleistozänen Formen verglichene Grossäuger-Assoziation zeigt es schon in sich selbst an, dass von einem Jungpleistozän keine Rede sein kann. Das Vorhandensein des deningeri Bären, eines grossen und eines kleinen Löwen, Bison, von Dicerorhinus hemitoechus und das Fehlen von Alces, Capra und Rupicapra spricht schon in sich selbst für ein höheres Alter, als „Würm". Eine ganz besondere Beweiskraft hat natürlich das Vorkommen von Arvicola mit dem gleich­massigen Ablauf des Schmelzes. Es ist sehr bedauernswert, dass laut dem damaligen Wissensstand nach weiteren Kleinsäugern nicht gesucht wurde, und dieser Fund eigentlich als ein Zufall zu be­trachten ist. Allerdings ist das unseres Wissens der erste Fall überhaupt, dass diese altertümliche Form der Wasserwühlmaus zusammen mit einem typischen Mammut vorgefunden wurde. Das Gesamtbild der Fauna der in verschiedenen Jahren und verschiedenen Schichten gesam­melten Materiales beweist keine geologisch wertbare Differenzen im Alter der Reste. Alles in allem kann festgestellt werden, dass die in diesem Artikel geschilderte Analyse eindeutig beweisen dürfte, dass wir mit einer mittelpleistozänen Tiergesellschaft zu tun haben [in klassischem Sinne „Mindel (Elster)- Riss (Saale)" bzw. Holstein Interglazial —• „Riss (Saale)" Glazial] die in ungarischer Relation mit dem der Solymár-Ördöglyuk Höhle, Hórvölgyer Höhle usw. (JÁNOSSY 1979), in Europa im allgemeinen mit Steinheim an der Murr in Deutschland und Swanscombe in England zu vergleichen ist. Das ist der erste Fall, wo in dieser Hinsicht die „Grossäuger-Strati­graphie" und die „Kleinsäuger-Stratigraphie" in Verbindung gebracht werden kann. Endlich soll auf die benützte Nomenklatur kurz hingewiesen werden. Es soll weiteren Ergebnis­sen von Analysen — leider immer so ausserordentlich seltener Faunen ähnlichen Alters — vor­behalten werden, ob wir in solchen Fällen für einem kleinen Löwen „Leo gombaszoegensis" oder

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