Kaszab Zoltán (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 66. (Budapest 1974)

Vojnits, A.: Abraxini and Semiothisini species from Mongolia (Lepidoptera, Geometridae: Ennominae)

Arten erkennen läßt — zu einer dissymmetrischen Struktur führt, die 1. durch die Spezialisation bzw. Reduktion der Harpen, 2. durch die Verlängerung der „Exten­sion of sacculus" auf einer Seite oder beiderseits, 3. durch die Kombination beider Vorgänge zustande kommen kann. Bei einigen Gattungen ist freilich auch eine Reduktionstendenz vorhanden, die sich durch eine Abschwächung der Sklerotisa­tion der Harpen, durch den Schwund des Sacculusfortsatzes bzw. in einzelnen Fäl­len auch durch die Reduktion des Cucullus bzw. der Corona erkennen läßt. Unter jenen Gattungen, die hier an dem Anfang des Systems der Hadeninen gestellt sind und zweifellos zu einer monophyletischen Gruppe von nächster Verwandschaft gehören, ist diese ursprüngliche, noch ziemlich genau symmetrische Struktur vor­handen: so in den Genera Cardiestra und Aglossestra, die durch wenige, geographisch ziemlich streng isolierte allopatrische Arten im paläarktischen Eremial vertreten sind. Auch die Genera Saragossa, die schon eine gewisse Reduktionstendenz auf­weist bzw. Gardepia, die durch eine spezialisierte dissymmetrische Ausbildung des Sacculusfortsatzes gekennzeichnet ist (BOURSIN" verwechselt diesen spezialisierten Sacculusfortsatz mit der Harpe! — vgl. Zschr. Wiener Ent. Ges. 47: 160), sind — als im Raupenstadium auf Halophyten lebende Tiere — einerseits auch zu eremialen Biotopen, andererseits aber an maritime, halophile Pflanzengemein­schaften gebunden. Die im Grundplan der Genitalarmatur der Gattung Cardiestra noch ziemlich nahestehenden Genera Thargelia (vgl. Th. distincta CHRIST, und fissilis CHRIST. bzw. Th. arenicola SCHTSCHBTKIN) bzw. Odontelia, die aber wie in den äußeren morphologischen Merkmalen (Flügelform- bzw. Muster, klauenförmige Tibien­fortsätze, Fühlerstruktur) als auch in der Genitalmorphologie (eine ausgeprägte Tendenz zur Dissymmetrie bei mehreren Thargelia-Arten, durch eine dissymmet­rische plattenförmige Ausbildung der Harpen, die auch durch eine entsprechende Umbildung der Valvenform mit verlängerter „Extension of sacculus" begleitet ist, vgl. SUKHAREVA 1972) eine ganze Reihe von Spezialisationen aufweisen, gelten auch als Eremialformen der zentralasiatischen-turanischen Ausbreitungszentren. Die Gattung Thargelia läßt sich sonst — aufgrund ihrer Genitalstruktur von Ha­dula nur ziemlich schwer und subjektiv trennen, obwohl die Extremformen beider Genera — besonders habituell — ziemlich weit voneinander entfernt sind.* Die artenreiche Gattung Hadula zeigt z. T. ähnliche Spezialisation in der Genitalstruk­tur, wie Thargelia: eine Verlängerung der "Extension of sacculus", die oft nach außen gebogen, zugespitzt oder sogar am Ende fein sägezähnig ist (offenbar mit einer „Harpen-Funktion" bei der Paarung), aber ohne einer dissymmetrischen plattenförmiger Ausbildung der rechten Harpe, die bei Extremformen einiger Thargelia-Arten vorhanden ist. Auch in der anderen, und mit Hadula offensicht­lich in sehr enger Verwandschaft stehenden, artenreichen Gattung Discestra läßt sich eine mit hochgradiger Spezialisation verbundene Formenmannigfaltigkeit beobachten, besonders in der „Extension of sacculus", die bei einigen Arten (hoplites STGR., mendica STGR., mendax STGR., loeffleri REISSER) beiderseits lang ausgezogen ist und eine ähnliche Form besitzt, wie jener Fortsatz gewisser Hadula-Artein, während die Arten der dianihi TAUSCH.-, armata STGR.-, furca Ev.- Gruppe eine, in dieser Hinsicht stark dissymmetrische Armatur haben. An dieser Stelle sei be­merkt, daß die Gattung Discestra. aufgrund der Ausbildung des Sacculusfortsatzes auch mit Gardepia in Verwandtschaft zu stehen scheint. Im Zusammenhang mit der Evolution der ganzen Genera-Gruppe können wir der Tatsache eine besondere •Zieht man beide Gattungen zusammen, besitzt der Gattungsnamen Hadula STGR. (Stett. Eut. Z. 1889, Type insolita STGR.) eine eindeutige Priorität vor Tiiargelia PGLR. (Iris, 1899, Type distincta CHRIST.)

Next

/
Oldalképek
Tartalom