Kaszab Zoltán (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 66. (Budapest 1974)

Szőcs, J.: Über die Lebensweise der Coleophora longicornella Const. in Ungarn (Lepidoptera, Coleophoridae)

sind Mitte August 1973 ausgekrochen, am 3. November 1972 fand ich auch noch zwei, sich ernährende Raupen. Dement sprechen ist die erste Raupengeneration in, der ersten Hälfte vom Juli anzutreffen, während die zweite Generation von Mitte August bis November zu finden ist. Die Futterpflanze von C. longicornella ist Aster tripolium L., ssp. pannonicus (JACQ.) Soó. Die Raupen sind hellgelb, der Darmkanal scheint grünlich durch, der Kopf ist hellbraun, die Mundwerkzeuge sind schwarz, das Halsschild ist viel heller als der Kopf und kaum dunkler als der Körper, die Anal-Platte ist schwarz-braun, die Farbe der Bauchfüße gleicht der des Körpers, an den Abdominalfüßen ist an •den Seiten schwärzliche Tönung zu sehen. Der Körper ist bis zum Ende etwa gleichmäßig breit, der Zwischenraum der Segmente ist ziemlich eingeschnürt. Die junge Raupe frißt sich ein Mine in die Hauptader des Blattes, von diesem zweigen sich nach links und rechts im rechten Winkel kurze Gänge ab. Die Raupe liait sich im Hauptader auf, wo sie nur schwer zu bemerken ist. Die spätere Mine — die von der Raupe öfters gewechselt wird — ist hauptsächlich ebenfalls im Hauptader, die Nebenarme ordnen sich aber (wenn es welche gibt) vorwiegend in länglicher Richtung. Die Gänge können lang oder ganz kurz sein, sie sind sehr unregelmäßig. Der längste Gang, den ich sah, war etwa 6 cm lang. Der Kot ist meis­tens zum Anfang der Mine zusammengedrängt (er ist also vorwiegend im Haupt­ader zu finden), manchmal kann man aber auch in den Gängen der Blattfläche einige Körner oder einen kleinen Haufen Kot finden, dieses kommt aber nur selten vor. Auch in dem in der Blattfläche anfangenden Gang ist der Kot meistens zum Anfang gedrängt. Der Sack der Raupe ist tonbraun, 6—8 mm lang, es kommt vor, daß der Sack stellenweise heller ist, die stelle der helleren Teile ist aber veränderlich, ebenso wie ihre Grösse. Solche hellen Streifen, wie TOLL (1962) erwähnt, fand ich nicht. Nach der Literatur (HERING 1957, TOLL 1962) fertigt sich die Raupe einen Sack nur voi­der Verpuppung an. Demgegenüber konnte ich feststellen, daß die Raupe sich schon im frühen Alter einen Sack macht und diesen an den Mineneingang haftet, dieser kann dann dort bleiben, er kann aber auch auf die Erde fallen. Wenn die Raupe den Sack einmal verlassen hat, geht sie dorthin nie wieder zurück, auch schon aus dem Grunde nicht, weil ja der Kot meistens zum Eingang der Mine gedrängt ist und so der in den Sack zurückführender Weg verschlossen ist. Nach dem Verlassen der Mine schneidet sich die Raupe dann oft einen neuen Sack aus, der ebenfalls am Eingang der neuen Mine hängen bleibt. Öfters kommt es aber vor, daß am Eingang der Mine kein Sack vorhanden ist, da einesteils die Raupe sich nicht aus jeder Mine einen Sack schneidet, anderenteils sind die Säcke sehr locker am Blatt befestigt und fallen so von diesem infolge der Witterung oder anderen Einflüssen ab. Bei einer Gelegenheit ist es mir gelungen auch zu beobachten, daß die Raupe während einer Fraßpause in ihren Sack zurückging, das kommt aber nur in Ausnahmefällen vor. Die Raupen der zweiten Generation nagen ihre Minen oft in den schmalen Stengelblättern, viel öfters sind sie aber in den Grundblättern vorzufinden. Bei einer Gelegenheit habe ich sogar in einer Knospe eine Raupe gefunden. Die voll entwickelten Raupen lassen sich meistens an einer Blattunterseite der Futter­pflanze oder an den diese umgebenden Pflanzen nieder, um sich verpuppen. Nach meinen Beobachtungen lieben die Raupen die naß-feuchten Orte, an den trockene­ren Teilen sind nur mitunter Raupen zu finden. Wo sie vorkommen, gibt es viele von ihnen, ihr Vorkommen beschränkt sich aber meistens nur auf ein ganz kleines Gebiet.

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