Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 58. (Budapest 1966)
Báldi, T.: Die oberoligozäne Molluskenfauna von Eger und die Neuuntersuchung der Schichtfolge
1857, p. 192)). Im Liegenden der von MAYER (1857) mit Nummern 1 bis 7 bezeichneteten aquitanischen Ablagerungen treten graue Kalke mit Ampullina crassatina auf (diese wurden in 1909 von DOLLFUS für Asterias-Kalke gehalten) ; im Hangenden (Schichten 8 und 9) lagert die „couche â Pectens" und der „Falun bleu de Saucats et jaune de Léognan", welche letzteren von Mayer in die über die „aquitanische Stufe" folgende „mainzische Stufe" eingereiht wurden. Es waren später die „Faluns" von Saucats et Léognan, die DEPÉRET (1892) zum Typus des von ihm eingeführten neuen Stufennamen, des „Burdigalien" wählte. Unseres Erachtens war jede spätere Auseinandersetzung dadurch bedingt, dass MAYER den Typus seiner aquitanischen Stufe auf Grund der unvollständig bekannten Fauna und der Übertreibung der darin enthaltenen minimalen Anzahl oligozäner Elemente auswählte. Die Monographie von COSSMANN & PEYROT — auf Kollektionen fussend, die vollständiger sogar als die von DOIXFUS (1909) waren — beweist zweifelsohne, dass es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Fauna der Faluns von Saucats et Léognan und der Mollusken-Fauna der darunter liegenden typischen Aquitan-Schichten gibt. Auf diese Tatsache hat I. CSEPREGHY-MEZNERICS in zahlreichen Mitteilungen hingewiesen und zwecks Beibehaltung des Namens Aquitan die Schichten von Peyrère als Stratotypus vorgeschlagen. Die Zubilligung dieses Vorschlages würde die Annullierung des Namens Chatt mit sich bringen, da die Gleichaltrigkeit der borealen Stratotypen des Oberoligozäns mit der Fauna von Peyrère, auch nach CSEPREGHY-MEZNERICS, sehr wahrscheinlich ist. Neben der Identität der Molluskenfauna ist KAASSCHIETERS Feststellung bezüglich der Kleinforaminiferen merkwürdig. "Nearly all of them were found both in Aquitanian and Burdigalian deposits" (KAASSCHIETER in DROOGER et ab, 1955, p. 51). Selbst DROOGER stellt fest: "The fauna of smaller Foraminifera is so homogenous throughout . . ., that it cannot be used to support any point of view" (ibid., p. 48). Diskordanzen, kleineren Sedimentationslücken darf nicht allzu grosse Bedeutung beigemessen werden, wenn es sich um solche Randfazies handelt, wie es beim untermiozänem Schichtkomplex von La Brede der Fall ist. Gegen das Beckeninnere verschwinden alle diastrophischen Grenzen und gerade dies hat schon vor einigen Jahren VIGNEAUX und seine Mitarbeiter gezwungen, das Aquitan und das Burdigal unter dem Namen „Girundien" zu vereinigen. Zusammenfassend halten wir die Schichten von Bélus — Escornebéou — Peyrère in SW-Frankreich für oberoligozän. Auf Grund der Mollusken- und der KleinforaminiferenFauna bildet das Untermiozän bloss einzige, einheitliche, ungliederbare stratigraphische Stufe, und diese einzige Stufe schliesst das Aquitan von MAYER und das Burdigal von DEPÉRET in sich ein. Anhand der Miogypsinen können — nach DROOGER — innerhalb der hiesigen untermiozänen Ablagerungen vier Horizonte unterschieden werden. Also allein die Miogypsinen wären zur Trennung der beiden Stufen geeignet, aber dies allein ist nach unserer Meinung nicht genug, um ihre Selbständigkeit motivieren zu können. Prinzipiell darum nicht, weil die beiden Stufen von ihren Beschreibern anhand der Molluskenfaunen definiert wurden; wenn also die Revision der Mollusken in Widerspruch mit den früheren Feststellungen verfällt, sollen die Stufennamen demgemäss geändert werden, bzw. können sie ihre Bedeutung verlieren. Aus praktischen Gründen missbilligen wir die Trennung der beiden Stufen deswegen, weil das einzige zu dieser Trennung taugliche Mittel, die Miogypsinen, nur in den wärmeren klimatischen Zonen allgemein verbreitet sind, während z. B. auf grossen Gebieten Europas sie nur äusserst selten vorkommen. In N-Italien lassen sich die „Schio-Schichten" und die unter dem Namen „glaueonie delli Bellunesi" bekannten, gewöhnlich als der höchste Horizont des Oligozäns betrachteten Formationen, die aus glaukonitführendem Mollusken-Sandstein, Lepidocyclinen — Echiniden-Kalk und Pectiniden-Mergel bestehen, vom Garda-See bis zu Friaul verfolgen. Die Faunen dieser Schichten wurden mit der Egerer Fauna auf Grund der Monografien von ACCORDI, OPPENHEIM, VENZO verglichen, während zum Vergleich der tieferen oligozänen Faunen des Liegenden (Schichten von Gomberto) die Arbeiten von FUCHS und KRANZ herangezogen wurden. Wenn manche Verfasser auch geneigt waren, infolge des Vorhandenseins miozäner Elemente in den Schio-Schichten das höchste Abschlussglied dieses Komplexes dem Untermiozän (Aquitan) zuzuordnen, kann im Falle BEULARDIS & SACCOS „Tongriano" von Piémont lediglich darüber diskutiert werden, ob man mit dem tieferen, oder mit dem höheren Oligozän zu tun habe. Für miozän halten wir hier, in der Tethys-Provinz, das „Aquitaniano", „Langhiano" und „Elveziano" von SACCO, sowie alles, was darüber lagert.