Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 58. (Budapest 1966)
Báldi, T.: Die oberoligozäne Molluskenfauna von Eger und die Neuuntersuchung der Schichtfolge
dieser schwer zugänglichen Stelle gesammelt werden kann, bezeichnen wir mit „kj", da zwei wichtige Formen der Schicht „k" daraus zum Vorschein gekommen sind. Zusammenfassend können wir feststellen, dass die oben beschriebene Schichtfolge sieh vom Gesichtspunkt der Faziesentwicklung aus im wesentlichen in vier Abschnitte gliedern lässt. Der Horizont des glaukonitführenden tuffitischen Sandsteines oberhalb der bathyalen Tonmergel des Rüpels zeugt von der Entstehung neritischer-sublittoraler Verhältnisse, d. h. von einer Regression. Das nächste Glied aufwärts der Schichtfolge, der Mollusken-Tonkomplex, weist auf den Rückkehr tiefsublittoraler oder seicht-bathyaler Verhältnisse hin, wie es auf Grund der Fauna nachgewiesen werden kann (vergl. BÁLDI et al„ 1961). Der Abschnitt von Schicht ,,x" bis Schicht 13, die aus Wechsellagerung von Tonen und Sandsteinen besteht und auch den Sandstein „k" mit einschliesst, beweist die graduelle Überhandnähme des seichteren sublittoralen Mediums. Die reiche Fauna der Schicht „k" mag schon in der unmittelbar vor der Küstenlinie sich hinzogenen, ein paar Meter tiefen Zone gelebt haben. Schliesslich ist das vierte, jüngste Glied, das mit kreuzgeschichteten Grobsand (Schicht 14) beginnt, durch ein Komplex littoraler und lagunärer Sedimente vertreten. Die darin auftretende Cyrena — ï7mo-Fauna (Schicht „u") stellt die Überreste der Lebensgemeinschaft einer sich aussüssenden Laguna dar, die stratigraphisch höhere Cerithien- und Mytilus-Fíxxmíi (Schicht „c" und „m") ist aber das Relikt einer die Salzgehalt-Schwankungen vertragenden littoralen Gemeinschaft. Die sublittorale Fauna der obersten Schicht (Schicht „kj") zeigt, dass selbst in diesem Küstenablagerungskomplex noch seicht-sublittorale Zwischenlagerungen zu erwarten sind. Die sämtliche Schichtfolge zeugt also, den aus anderen Gebieten des Landes bekannten oberoligozänen Komplexen ähnlich, von einer graduellen Regression (vgl. auch VADÁSZ, 1960). Es wäre jedoch ein grober Fehler, entweder der durch lokale vulkanische Tätigkeit bedingten, nur in der LTmgebung von Eger nachweisbaren, früh-oberoligozänen, episodischen Regression (glaukonitisch-tuffitischer Horizont) und der nachträglichen lokalen Transgression, oder den innerhalb der littoralen-lagunären Sedimentfolge nachweisbaren, z. T. vielleicht auch nicht auf epirogenetische Bewegungen, Oszillationen, sondern lediglich auf Klimaschwankungen (Niederschlag) zurückführbaren Veränderungen in Lithologie und Fossilführung allzusehr grosse stratigraphische Bedeutung beizumessen. Über die chronologische Gliederung des Oligo-Miozäns Europas Die vertikale Verbreitung, den stratigraphische Wert der Egerer Arten haben wir auf Grund der gut bearbeiteten Faunen der zoologischen Provinzen Europas (Paratethys, Tethys, Nordsee, Atlantische Becken) bestimmt. Da die Verfasser sich über das Alter nicht jeder Fauna vollkommen einig sind, halten wir daher für zweckmässig unseren eigenen Standpunkt klarzumachen. Aus dem Raum der Westlichen Paratethys konnten wir aus dem Mitteloligozän nur die von NOSZKY beschriebene Ujlaker Fauna des Kisceller Tones und das ,,Rüpel" der Molassen von Südbayern (Tonmergelschichten, Cyprinen-führende Ablagerungen usw.) (vgl, HÖLZL), die sich gut zur Vergleichsbasis eignen, in Betracht ziehen. Vergleiche wurden ausserdem mit den reichen, tieferoligozänen Mollusken-Vergesellschaftungen der Östlichen Paratethys gemacht, die aus den Arbeiten von KATSCHARAWA, KLUSCHNIKOW, KOROBKOW, MERKLIN, OWETSCHKIN und VIALOV wohl bekannt sind. Als Miozän betrachteten wir in dem Becken der Westlichen Paratethys diejenigen tiefsten Schichten, über welcher miozänes Alter sich heute schon alle Verfasser einig sind: die „grosse Pecten führenden Schichten von Budafok und Salgótarján" (CSEPREGHYMEZNERICS), das „Burdigal" des Vah- und Nitra-Tales (CTYROKY, SENES), die Eggenburger —Gaudenburger —Loibersdorfer, sowie die Molter Schichten, weiters die Fauna