Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 55. (Budapest 1963)
Andreánszky, G.: Ergänzungen zur Kenntnis der sarmatischen Flora Ungarns II.
38 G. AN D REÁ N SZK Y camptodromi, infimi subtilissimi et bervissimi. Nervatio tertiana sublaxa, parallela ad nervos principales vel secundarios perpendicularis. Specimina minora apice intégra, non lobata. In tuffitis sarmat. infer, ad pag. Dédesta polcs'iny, in loco Gnlyadélló' dido. Holotijpus in collectione Musei Naturalis Hung, sub Ao. 26356. Eine Blattform, die aus dem ungarischen Tertiär bis jetzt unbekannt war aber auch aus dem Auslande nicht beschrieben ist. Die Tertiärnervatur entspricht vollkommen jener der ,, Ficus" tiliaefolia (A. BR.) HEER. In drei wichtigen Eigenschaften weichen aber unsere Blätter von dieser entschieden ab. Das Blatt ist überhaupt nicht oder nur sehr schwach asymmetrisch. Der Blattgrund ist immer ausgerandet bzw. seicht herzförmig mit einer sehr breiten offenen Bucht. Die gut entwickelten grösseren Blätter sind an der Spitze kurz dreilappig. Bei F. tiliaejolia (A. BR.) HEER sind die Blätter immer asymmetrisch, der Blattgrund nicht herzförmig, oder aber auch tief herzförmig mit einer engen Bucht zwischen den Basallappen die sich einander berühren oder sogar decken. Auch die grössten Blätter sind ganz und nie dreilappig. Aus Felsőtárkány kennen wir enorme und gut entwickelte Blätter, die konsequent die hier angeführten Eigenschaften zeigen und nie jene unserer hier beschriebenen neuen Art. In der neueren Zeit wurde es immer klarer, dass die unter dem Namen „Ficus" tiliaefolia (A. BR.) HEER angeführten Blätter nicht zur Gattung t icus gehören. Dombeyopsis aequalifotia GOEPP. wurde von KRYSCHTOFOWITSCH und BORSUK (Probl. Palaeont. No. .>. 1939, p. 390, pl. 5, fig. 1—8, pl. 6, fig. 12.) in die Gattung Alangium eingereiht. Ficus tiliaefolia (A. BR.) HEER besonders in die Gattung Buettneria bzw. Buettneriophyllum (GIVULESCU , in N. Jb. Geol. Paläont. Mh. 10. 1959, p. 437—442). Wir wollen bei dieser Gelegenheit über die systematische Stelluno" von Alangium aequalifolium (GOEPP.) KRYSCHT, & BORSUK und Büttneriophyllum tiliaefolium (A. BR.) GIVUL. keine Meinung äussern, wir trachten nur für unsere Art die richtige systematische Stellung zu ermitteln. Nach eingehenden Untersuchungen an Herbarmaterial kamen wir zur Überzeugung, dass nur zwei Gattungen, Buettneria und Alangium in Betracht kommen. Bei beiden kommen Arten mit dreilappiger Blattspitze und offenem Blattgrund vor. Die Buettnerien sind konsequent asymmetrisch, die Blätter von Alangium platanifolium (SIER, & Zucc.) HARMS zuweilen symmetrisch. Die Blätter von Alangium sind stets ganzrandig. Bei Buettneria kommen auch fein gezähnelte Blätter vor. Bei unseren fossilen Blättern ist der Blattrand leider nicht oft gut erhalten und so ist die Ganzrandigkeit nur bei einigen anstandslos festzustellen. In einem einzigen Falle konnte aber eine gewisse solche Zähnelung beobachtet werden, wie es auf den Blättern einiger Buettneria-Arten zu sehen ist. Ob dieser Fund eine Wichtigkeit hat oder nicht, ist zur Zeit nicht festzustellen. Buetlneria ist eine Holzart warmer Begionen. Alangium , z. B. A. platanifolium (SIER, & Zucc.) HARMS bewohnt China und Japan, ist ein Baum der gemässigten Begion und laubabwerfend. (Diese Eigenschaft stellten wir schon bei ..Ficus" tiliaefolia [A. BR.] HEER ebenfalls fest). Aus dem Neogen Japans wurden neben A. aequalifolium (GOEPP.) KRYSCHT. & BORSUK noch einige AlangiumArten beschrieben ( TANAI, T.: Neogene Floral Change in Japan, in Journ. Fac. Sei. Hokkaido Univ., sér. 9, No. 2). Bei uns erscheint die hier beschriebene Blattform in einem sommergrünen Wald das unter einem warm-gemässigten, nicht einmal subtropischen Klima lebte und beinahe ausschliesslich aus extratropischen Elementen bestand. So glauben wir, dass wir mit einer Alangium-Art zu tun haben, die unbedingt laubabwerfend und keineswegs makrotherm war. Die Art spielte im Eichenwald von Gulvadéllő bei Dédestapolcsánv dieselbe Bolle wie „ Ficus " tiliaefolia (A. BR.) HEER im Eichenwald von Felsőtárkány. Die Zahl der Abdrücke ist bedeutend. Der sicherlich nicht hohe Baum bzw. Strauch musste in diesem Wald eine nicht unbedeutende Bolle gespielt haben. Es ist überaus merkwürdig, dass diese Blattfrom aus den beinahe gleichaltrigen Nachbarfloren noch nicht zum Vorschein gekommen ist.