Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 54. (Budapest 1962)
Csepreghy-Meznerics, I.: Das Problem des "Chatt"-Aquitans in wissenschaftgeschichtlicher Beleuchtung
eingereiht hat und 2. dass zu dieser Zeit das Problem auftauchte, ob- nach dem Beispiel des Aquitaine — eine Gliederung des Miozäns auch im Gebiet der ostund westmediterranen Provinz durchgeführt werden kann, d.h. eine Gliederung in eine Mediterranstufe I und II möglich ist oder nicht. (Nahe betrachtet bedeutet dieses Problem soviel, ob die Ausbildungen von Horn sich von Ottnang, Grund, ja sogar vom Leithakalkstein absondern lassen.) Eine Möglichkeit der Gliederung im Miozän wurde von TIETZE auch bezüglich des Beckens von Bordeaux verneint. ROLLE war der erste, der festgestellt hat, dass die Schichten von Horn älter sind als die Schichten von Grund, ferner der Leithakalkstein und seine Fazies. Ausführlicher befasste sich FUCHS 1878 und dann 1885 mit der Möglichkeit der Gliederung in ein Mediterran I und II bzw. mit der Frage der Parallelisierung des Aquitans im mediterranen und im atlantischen Gebiet. Dem Scheine nach besitzen die Studien von FUCHS heutzutage nur noch eine wissenschaftgeschichtliche Bedeutung, im Grunde genommen aber enthalten sie so wesentliche Feststellungen, die dann bei der späteren Korrelation grosse Verwirrungen hervorgerufen haben. Nach den Feststellungen von FUCHS sind die Schichten von Montferrat in Italien, Horn, Budafok sowie die Schio-Schichten gleichaltrig und gehören ins Mediterran I, die richtigen Repräsentanten des Mediterrans I sind Saucats, die Faluns von Léognan, der Serpentinsand von Turin und die Horner Schichten. Von seinen Feststellungen ist auch heute noch die Meinung als richtig zu betrachten, dass diese Schichten gleichaltrig sind. Zu Verwirrungen führten aber später seine übrigen Gedanken, vor allem der, dass nach FUCHS Mediterran I = Aquitan und so Miozän ist ! MAYER —EYMAR hat im Jahre 1853 die aquitanische Stufe tatsächlich ins Aliozän gestellt, im Jahre 1857 aber schon in das Oligozän, w r eil inzwischen (1854) von BEYRICH der Begriff des Oligozäns eingeführt worden ist ! Zu dieser Zeit war also der Inhalt der aquitanischen Stufe: Bazas, Merignac, Kassel, Doberg (MAYER—EYMAR), ausserdem der Pectunculussand (HOFMANN), die Horner Schichten (HOFMANN, FUCHS) und Budafok, Korod, Montferrat, Saucats und Léognan (FUCHS). Diese Auffassung bedeutet, dass der Begriff der aquitanischen Stufe zu dieser Zeit zw r ei Faunen von verschiedenem Charakter in sich vereinigt hat, einerseits die Fauna des Pectunculussandes, die von Kassel und Doberg, andererseits die Bildungen des Horner Beckens, ferner die von Budafok, Korod, Montferrat, Bazas und Merignac, und nach der Auffassung von FUCHS sogar auch die Fauna von Léognan und Saucats. 1885 hat FUCHS mehr oder weniger bestimmt auch den Schlier vom Ottnanger Typ in das Mediterran I gestellt, hat aber dabei betont, dass dieser jünger ist als die Horner Schichten. Die Frage des Schliers kann also im weiteren ausgeschaltet werden, da das Alter des Schliers vom Ottnanger Typ heutzutage bereits entschieden festgelegt ist, er ist helvetisch, b. Die Lage nach der Einführung der chattischen Stufe. Die chattische Stufe wurde von FUCHS (1892—94) auf Grund des zweifelsohne behstehenden Faunauterschiedes, der zwischen der Fauna von Törökbálint und der von ihm in das Aquitans (Mediterran I.) gestellten Fauna von Budafok vorhanden ist, eingeführt.