Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)
Cziffery-Szilágyi, G.: Beiträge zur Kenntnis der Tertiärflora Ungarns
mehr-weniger fussförmig. Die strahlig laufenden stärkeren Nerven gabeln sich wiederholt und entsenden ausserdem ebenfalls dichotom feinere Seitenzweige. Gegen den äussertsten Blattrand zu verdünnen sich die stärkeren Nerven und hart am Rand anastomosieren sie. Auf der ganzen Spreite bilden die feinen Nerven öfters anastomisierend ein Netz von länglich-sechseckigen Maschen. Wir betrachten dieses Farnblatt als das sich nestartig an den Baumstamm anschmiegende sterile Blatt eines Platyceriums. Schenk (15, pp. 142, 143) vergleicht die Aphlebien von Presl mit den nestartigen Blättern epiphytischer Farne. Solche sterile Blätter besitzen unter den lebenden die Gattungen Platycerium und Drynaria. Die als Aphlebien bezeichneten Reste sind aber in der Regel recht gross und stark geteilt. Fiderteilig sind die sterilen Blätter der Drynaria-Art en, die nestartigen Blätter des Platyceriums dagegen ausgebreitet, ganz, aus einem keilförmigen Grund mehrweniger halbkreisförmig oder stellen einen noch grösseren Kreisbogen dar. Der vorhandene Teil unseres Blattes (auf einer Seite fehlt nämlich ein Teil und so ist die ganze Breite unbekannt) bildet einsn. Bogen von 140°. Diese Blätter sind die humussammelnden Organe der Platycerien, die sich einem Baumstamm eng anschmiegen. Die sterilen Blätter des Platyceriums und der Drynaria sind ausdauernd, die fertilen, sporangientragenden, verschieden gestalteten und grösseren Blätter dagegen kurzlebig. Ich verglich unseren Rest mit den Herbarienbeleg a lebender Platycerien. Er entspricht in seiner Form, besonders aber in seiner Aderung gut den Nestblättern von P. alcicorne Gaud. Wir zweifeln also nicht, dass wir tatsächlich ein P/aiycermm-Blatt vor uns haben. Da weder aus Ungarn, noch aus anderen Gebieten fossil solche Blätter angeführt worden sind, ist unser Rest ohnegleichen in seiner Art. Die Gattung Platycerium ist pantropisch, der Gewichstpunkt ihrer Verbreitung liegt dabei im malesischen Gebiet. In Ostasien, und besonders im Süden, in Australien, Tasmanien un endlich in Neuseeland übersteigt sie die Grenzen der Tropen. In Südaustralien, wo der Farn genügend Feuchtigkeit findet ist er in Bergwäldern häufig. Daselbst gedeihen unter den Baumfarnen Alsophilaund Dicksonia-Arten, an noch feuchteren Stellen die Mitglieder der Familie Hymenophyllaceae. Alles zusammenfassend können wir feststellen, dass die Platycerien eher ein stark ausgeglichenes Klima, als sehr hohe Temperatur beanspruchen und ein dem der Baumfarne ähnliches Verbreitungsareal besitzen. Im Klimacharakter der einzelnen Arten gibt es Unterschiede. Im südlichen Teil der Malayischen Halbinsel z. B. mit einem stark ausgeglichenen Klima wächst P. coronarium. P. grande kommt dort ebenfalls vor, vermehrt sich aber nicht. Im nördlichen Teil der Halbinsel unter einem Monsunklima wird P. coronarium von P. grande ersetzt, da die erste eine längere Trockenperiode nicht erträgt (10, p. 449). Der Fundort Andornaktállya lieferte bisher nur eine beschränkte Menge von Pflanzenresten. Da wir aus diesem Material doch drei verschiedene Farntypen nachweisen konnten, zeigt darauf, dass die Farnkräuter in der Flora eine ziemlich bedeutende Rolle spielen mussten. Unter den drei Farnarten sind zwei, Lygodium und Platycerium, die mindestens stark subtropische Temperatur fordern. Obwohl die eingehendere Bearbeitung dieser Flora noch nicht stattgefunden hat, soviel konnte doch schon festgestellt werden, dass die lorbeerblättrigen Baumarten vorherrschten. In einem solchen Millieu finden wir besonders in Inselgebieten tropische Farne, wo die Niederschlagsmenge von der