Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Párducz, B.: Bewegungsbilder über Didinien

— ebenso wie beim Paramecium — möglicherweise durch eine vorübergehende Aufhebung der metachronischen Koordination und durch den synchronen Vor­wärtsschlag sämtlicher Zilien ausgelöst. Unter Umständen wiederholen sich diese Zurückprallen und wieder Vorwärtsschwimmen in so rascher Folge, dass das Tier innerhalb eines verhältnismässig engen Bezirkes abwechselnd nach vorne und nach hinten zuckt, und wendet sich dabei mit seinem Rüssel nach verschiedenen Richtungen des Raumes. Auch unter natürlichen Bedingungen ist es eine äusserst häufige Erschei­nung, dass sich das Tier bei Einhaltung seiner schraubenförmig gewundenen Bahnform in einem mehr oder weniger regelmässigen Bogen von der Gerade seitwärts abbiegt. Der zugehörige Kreisradius dieses Vermeidungsbogens kann fallweise verschieden lang sein (Abb. 2 : a, 6, c). Eine Rotation am Ort und Stelle durch rein quergerichteten Zilienschlag kommt kaum vor, und ebenso wurde xlas unrotierte Bogenschwimmen bzw. die Bewegung in einem Kreise unter Aufgabe der Achsendrehung bisher nur bei verletzten Tieren beobachtet (p in Abb. 2). Auf den ersten Blick scheint auch jene Bewegungsform ein unrotiertes Bogenschwimmen zu sein, wenn das Tier mit Einschaltung kurzer Unterbre­chungen wiederholt regelmässige, rechtsgewundene halber Bögen beschreibt. Bei eingehender Beobachtung dieser Exemplare stellte es sich jedoch heraus, dass eigentlich nur von einer behinderten Variante der normalen Schrauben­bewegung die Rede ist : das Tier stösst bei Ausführung der Normalbewegung immer und immer an der Unterlage, stützt sich dort kurze Zeit mit seinem vor­deren Wimperkranz und so kann der untere — sich nach links vorne krümmende — Abschnitt der rechtsgewundenen Schraubenbahn sich nicht entfalten (Abb. 2 : n, o). Die Lage ist gerade umgekehrt, wenn Didinium von unten schief heraufsteigend am Wasserspiegel anprallt und ebenfalls eine Reihe von Halb­wendungen jetzt aber nach links ausführt ; bei dieser Gelegenheit fällt von der normalen Bewegungsbahn deren oberer, gegen uns gerichtete Abschnitt weg. Wenn Didinium mit seinem Rüssel gegen ein festes Hindernis stösst, können die longitudinalen Komponenten der Ruderkräfte natürlich nicht zur Geltung kommen und es tritt eine andere Form der Zwangsbewegungen auf : das Tier rotiert eine längere oder kürzere Zeit um seine Längsachse auf der Stelle. Die Richtung der Achsendrehung erfolgt dann — entsprechend der für die Normalbewegung charakteristischen Rotationsrichtung — immer im Sinne des Uhrzeigers. (Der Rüssel der scheinbar linksdrehenden Exemplare ist immer nach oben gerichtet !) Ausser den geschilderten verhältnismässig einfachen Bewegungsänderun­gen Didinium ist imstande auch verschiedene, zum Teil recht komplizierte Schleuder-, Wirbel- und Überschlagbewegungen um die Querachse auszuführen (Abb. 2 : /, Z, m). Die Bewegungsform des Infusors wird von dem jeweiligen Ernährungs­zustand des Zellkörpers entschieden beeinflusst. Die Fortbewegungsgeschwin­digkeit der ausgehungerten Exemplaren ist relativ schnell. Vor allem durch die wiederholte Zurückprallen die ja sehr häufig in die Bewegung eingestreut sind kommen die fortwährenden Richtungsänderungen sowie die rhythmisch binundherschnellenden Bewegungen an Ort und Stelle zustande, die in Ver­bindung mit der grossen Schwimmgeschwindigkeit das typische Bild des Ver­haltens im Gesichtsfeld ergeben. Nach Einverleibung der Beute, Didinium ist geneigt sich auf die Unterlage niederlassen. Hierbei heftet es sich mit dem vor-

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