Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Párducz, B.: Bewegungsbilder über Didinien

im Falle der an der Schraubenachse gemessenen gleichen Bewegungsgeschwindig­keiten die Schraubenweite und damit auch die wirkliche Bahngeschwindigkeit meistens nicht identisch sind. Gleichzeitig erfahren wir hingegen beim Vergleich der Bahnspuren d, h und p, dass bei der Zurücklegung gleichzähligen Schrauben­windungen das sich auf der weiteren Bahn bewegende Tier dieselbe Entfernung erheblich schneller überbrückt. Besonders lehrreich ist schliesslich in dieser Beziehung der Vergleich der Bahnkurven e und/in Abb. 1. Der Schraubendruchmesser ist in beiden Fällen nahezu 0, die Windungszahl pro Sekunde sind auch gleich (da und auch dort 7 seitliche Schwankungen in 2 Sekunden) und doch ist der in der Zeiteinheit zurückgelegte Weg auffallend verschieden. Auf Grund alledem ist es naheliegend, dass der vermutliche Zusammenhang zwischen der Bahnform und Lokomotionsgeschwindigkeit meistens von der fallweise veränderlichen Grösse der wirklichen Bahngeschwindigkeit verschleiert wird. Die bisher beschriebenen Bahnkurven wurden von verschiedenen Didinien­Exemplaren zurückgelegt und daher konnte man daran denken, dass dieselbe vielleicht ineinander nicht übergehen, sondern für jedes Tier — entsprechend seiner strukturellen und physiologischen Gegebenheiten — ein für alle Mal das Einhalten einer wohlbestimmten Bewegungsbahn bezeichnend ist. Eben darum, aber auch in reizphysiologischer Beziehung, verdienen eine besondere Aufmerk­samkeit jene Lichtbilder, die jeden Zweifel ausschliessend dokumentieren, dass ein und dasselbe Exemplar seine Bewegungsform unterwegs ändern und eigent­lich auf alle Bahnformen unbeschränkt übergehen kann. Die einfachste Form der Bewegungsänderungen äussert sich darin, dass die bis dahin regelmässige (geradlinige oder schraubenförmige) Bahn einstweilig irregulär wird (Abb. 1 : a, 6, h, r), weil vermutlicherweise in der Tätigkeit der Zilien vorübergehend eine lokale Veränderung bzw. eine Koordinationsstörung aufgetreten ist. Ein andermal wiederum sind die in der Zeiteinheit zurückgelegten Bahnabschnitte kürzer oder länger als die anderen, als Zeichen dafür, dass sich die Bewegung des Tieres jederzeit beschleunigen oder verlangsamen kann. So z. B. auf der Aufnahme d und / verkürzen sich die einzelnen Bahnabschnitte nach oben gehend stufenweise, auf dem Lichtbild h hingegen ist der dritte Bewe­gungsabschnitt von unten länger, und der vierte kürzer als die unteren zwei. Im natürlichen Getümmel einer Population ist jedoch für die Didinien vor allem die oftmalige Deformation der normalen Bewegungsbahn, bzw. deren häufige Unterbrechung durch ruckartige Richtungsänderungen oder Zurück­prallen charakteristisch. Die einfachste Mechanismus auf Grund dessen eine Änderung in der Bewe­gungsrichtung eintreten kann, besteht den Zeichen nach darin, dass ein kurzer Abschnitt der Schraubenbahn vorübergehend in eine ebene Kurve übergeht, da wahrscheinlich die Rotation um die Längsachse auf ein Weilchen ausbleibt (Abb. 2 : d, e, g, r). Mit der Herstellung der gewöhnlichen Schlagart der Zilien setzt das Tier — in veränderter Richtung — seine vorherige, oder aber im Steigwinkel bzw. im Durchmesser mehr oder minder veränderte schraubenför­mige Bewegegung wieder fort. Die einfachen Abwendungen des vorderen Körperendes nach verschiedenen Körperseiten ohne vorheriges Zurückfahren sowie die in das Normalschwimmen eingestreute Rückwärtsprallen (wobei die Rotation ausbleibt), sind ebenfalls oft bemerkbar (Abb. 2 : h, i, j, k, /). Die letztgenannte Bewegungsform wird

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