Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)
Andreánszky, G.: Ergänzungen zur Kenntnis der sarmatischen Flora Ungarns I.
Das Blatt scheint lederig gewesen zu sein und wir betrachten den Laubtypus als zu den Hartlaub eichen gehörend. Nach seinem gekerbten bzw. eher nur welligen Rand könnte man glauben, dass wir mit einer sommergrünen Eiche von der Gruppe der Quercus canariensis Willd. zu tun haben. Die kleine Zahl der Kerben und die sehr seichte Einbuchtung zwischen diesen zeugt doch dafür, dass wir die Verwandschaft ganz anderswo zu suchen haben. Leider besitzen wir von diesem Blatttypus nur dieses einzige Blatt und so können wir die Variabilität der Blattform und der Kerbung nicht abschätzen. Eine gewisse Ähnlichkeit weist unser Blatt mit jenen Exemplaren der pazifisch-nordamerika nischen Q. oleoides Cham. & Schlecht, auf, deren Rand nur gewellt und nicht mit in eine Spitze auslaufenden Kerben versehen ist. Q. oleoides Cham. & Schlecht, wird des öfteren mit Q. virginiana Mill. ( Q. virens Ait.) vereinigt. Von Camus wird sie obwohl in dieselbe Subsektion eingereiht, als selbständige Art betrachtet. Aus Balaton kennen wir aber eine Blattform, die mit Q. virginiana Mill, völlig übereinstimmt und die als Q. palaeovirens Andreánszky (1959, p. 106, Abb. 94. Taf. XXXVIII, Fig. 1) beschrieben worden ist. Von diesem Typus ist unser jetzt beschriebenes Blatt grundverschieden. Von den Blättern der Q. oleoides Cham. & Schlecht, weicht unser Blatt gewissermassen auch ab, da die Aderung bei der rezenten Art, im Falle das Blatt wellig-ganzrandig und nicht spitz gekerbt, kamptodrom, bei unserem fossilen Blatt dagegen entschieden randläufig ist. So sind wir der Ansicht, dass unser Blatt nicht in diese nordamerikanische Artgruppe gehört, sondern eher mit den mediterranen Hartlaubeichen in nähere Verwandtschaft gebracht werden kann, obwohl unter den lebenden Formen eine in höherem Masse ähnliche Form nicht bekannt ist. Nach alledem sind wir gezwungen das Blatt als eine Neuart von gegenwärtig unbekannter Verwandtschaft anzusehen. Das Blatt ist entschieden gut entwickelt und auch ziemlich gut erhalten, so dass die wichtigsten Merkmale einwandfrei angegeben werden konnten. Damit hat die enorme Variabilität der Eichen in der Flora von Balaton nochmals zugenommen und es ist nicht ausgeschlossen, dass neuere Funde noch weitere Eichenarten ergeben werden. Trotzdem können wir nicht von einem Eichenwald in Balaton reden, da alle Eichenblattformen in einer untergeordneten Individuenzahl vorkommen. Bei dieser Eiche handelt es sich wahrscheinlich um eine niedrige Baumart, vielleicht um einen Halbbaum der zu den hartlaubigen zu rechnen ist. Dazu berechtigt uns die Feinheit der Tertiärnervatur gegenüber den Sekundärnerven. Quercus cfr. cerris L. (Taf. II, Fig. 8) Unserer Zerreiche entsprechende fossile Blattformen wurden aus unserem Sarmat schon angeführt, u. zw. aus Uppony und aus Balaton. Alle diese Blätter sind im Umriss schmal, seicht gelappt, am Grunde nicht abgerundet bzw. gehört, sondern deutlich keilförmig und gegen den Grund zu auf einer längeren Strecke ungelappt. Die allerletzten Schürfungen förderten aus Sály den unteren Teil eines den anderen vollständig entsprechenden Blattes zutage (No. 3429 im Dobó István-Museum in Eger). Der Blattstiel ist 1,1 cm, also ziemlich lang, da die Zerreiche in sehr vielen Fällen einen kürzeren Blattstiel besitzt. Damit ist die der Zerreiche entsprechende fossile Art nun auch aus den Sandsteinfloren nachgewiesen. 2 Természettudományi Múzeum Évkönyve