Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 52. (Budapest 1960)

Székessy, V.: Strepsipteren und ihre Wirte

auch noch 1 Dryiniden-Larve aufwies. Die relativ grosse Seltenheit derartiger gemischter Infektionen an Homopteren dürfte darin ihre Erklärung finden, dass die Anwesenheit einer Dryiniden-Larve früher oder später zum Tode des Wirts­tieres und damit auch zu dem der Strepsiptere führt. Auf Grund des untersuchten Materiales an stylopisierten Insekten der Samm­lung unseres Museums kann nun die durchschnittliche Befallsstärke pro Wirts­tier mit 1.2 Parasiten angenommen werden, ein Wert, welcher mit den Angaben der Literatur (siehe Ulrich, 1927) vollkommen in Einklang steht. Höhere Infektionsgrade — 2—3 Strepsipteren pro Wirtstier — sind relativ seltener (17.5% der Fälle bei Hymenopteren und 7.7% der Fälle bei Homopteren), während ausgesprochen grosse Befallsstärken schon als Ausnahmen zu betrachten sind. So fand ich 4-fache Infektion in 1.7%, 5-fache in 0.2% und 7-fache in 0.5% aller untersuchter Fälle von Stylopisation. Auffallend und mit den bisherigen Literaturangaben in gewissem Widerspruch erscheint die Tatsache, dass die beiden Wirtstiere mit dem stärksten Strepsipteren-Befall Arten der Familie Eumenidae sind (Odynerus spec, und Pterochilus terricola Mocs.). Nach der zusammenfassenden Darstellung dieses Problèmes durch Ulrich (1927) waren bisher derartige Massenbefälle durch Strepsipteren ausschliesslich an amerikanischen Vespiden (hauptsächlich an Polistes-Arten) bekannt, sowie an aus Indien stammenden Kleinzikaden, an Eumeniden aber überhaupt nicht. Unter den bekannten stylopisierten Insekten der europäischen Fauna stellt jedenfalls das von 7 Pseudoxenos-Exemplaren befallene Weibchen der Art Pterochilus terricola Mocs. einen ganz vereinzelt stehenden Fall schwerer Infektion dar. Ein weiterer Unterschied gegenüber unseren bisherigen Kenntnissen zeigt sich darin, dass nach Ulrich bei grosser Befallsstärke die Parasiten in erster Linie, oder sogar ausschliesslich Männchen sind, während die vorliegenden Untersuchungen viel weniger eindeutig für eine derartige Tatsache zu sprechen scheinen (siehe die oben mitgeteilte Zusammenstellung der Fälle 3-, 4-, 5- und 7-fachen Befalles). Die Untersuchung der in dem Material des Ungarischen Naturwissenschaft­lichen Museums nachgewiesenen Strepsipteren auf ihr Geschlecht hin zeigt (Tabelle I), dass fast drei Viertel (72.8%) aller Strepsipteren Weibchen sind und nur kaum etwas mehr als ein Viertel (27.2%) Männchen. Die grösste Abweichung diesem Verhältnis gegenüber finden wir unter den 4 Hymenopteren-Familien einesteils bei den Vespiden, anderenteils bei den Apiden. Unter den Strepsipteren der Vespiden finden wir nämlich fast ebenso viele Männchen (48.5%) als Weib­chen (51.5%), während die an Apiden gefundenen Strepsipteren ein noch stär­keres Ubergewicht der Weibchen (84.9%) über die Männchen (15.1%) verraten, als die oben angegebenen Durchschnittswerte aller Hymenopteren-Parasiten. Das Geschlechtsverhältnis der an Andrena ovatula Kirby festgestellten 92 Stylops-Exemplare zeigt schliesslich mit seinen 13.0° () Männchen und 87.0% Weibchen die extremste Verschiebung in dieser Richtung. Der Grund des Überwiegens der Strepsipteren-Weibchen dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach darin zu suchen sein, dass die Weibchen zeitlebens entoparasitisch leben, was den kurzlebigen Männchen das Aufsuchen der Weib­chen auf ihren äusserst agilen Wirtstieren sehr erschwert. Der zwischen den Parasiten der Vespiden und Apiden aufgezeigte weitgehende Unterschied in dem Zahlenverhältnis der Männchen und Weibchen besitzt heute noch keine Erklä­rung, scheint aber vielleicht in der unterschiedlichen Lebensweise der Vertreter der beiden Wirtsfamilien begründet zu sein. Keinesfalls aber mit der Lebens­23 Természettudományi Múzeum Évkönyve

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