Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 51. (Budapest 1959)
Kecskeméti, T.: Die Discocycliniden des südlichen Bakonygebirges
oder Reizung verhindert wurde. Es handelt sieh nämlich um eine benthonische Foraminiferenart, bei der man sich eine solche Wirkung vorstellen kann. Infolge der äusseren Einwirkung waren die Äquatorial- und Lateralkammern gezwungen, in 3 Richtungen sich zu entwickeln. Am wahrscheinlichsten scheint mir aber die Annahme zu sein, wonach 2 Embryonen am Anfang ihrer embryonalen Entwicklung zusammengeschmolzen sind. In der neozoologischen Literatur werden ähnliche Fälle (D o 1 f 1 e i n — Reichenov, 1952, p. 627, 635) bei den Mastigophoren erwähnt, wo in den Familien Calonymphidae und Hypermastigidae zwei oder mehrere Individuen sich in eine einzige körperliche Einheit verschmelzen können. Im Laufe der weiteren Entwicklung entwickeln die zusammengeschmolzenen Enbryonalapparate die Äquatorial- und Lateralkammern nicht normal sondern in 3 Richtungen, wodurch die an einen dreizackigen Stern erinnernde Gehäuseform zustande kommt. Parasitenerscheinung. —- Unter den Anomalien möchten wir auch die Zerstörung von Äquatorialkammern erwähnen. Die Septen der Kammern werden durch kleine Gänge durchbrochen, die oft das ganze Septum zerstören können. Diese Erscheinungen konnten wir in einigen Dünnschliffen von D. pratti beobachten. Diese Zerstörungserscheinungen sind von den Verletzungen, die während des Schleifens enstehen, ziemlich leicht zu unterscheiden. Schon Schlumberger (1903. p. 276) erwähnt in zahlreichen Dünnschliffen solche Erscheinungen. Seiner Meinung nach handelt es sich hier um die Einwirkung eines Parasiten. Diesen Parasit hat er als ,,Orbitophag" bezeichnet und hat angenommen, dass er den Ätzschwämmen oder aber Bohralgen angehört. Auch von Schweighauser (1953, p. 76) wird in einem Dünnschliff von D. douvillei eine Zerstörung durch Parasiten erwähnt. Natürlich ist es nicht sicher festzustellen, ob es sich in allen 3 Fällen um denselben Parasit handelt, es scheint mir aber wahrscheinlich zu sein, den Parasit selbst konnte leider bis jetzt niemand nachweisen, sodass über seine Natur, Zugehörigkeit und Tätigkeit uns keine Angaben zur Verfügung stehen. So lange er in einem Schnitt nicht angetroffen werden wird, können wir seine Anwesenheit nur durch die Spuren seiner Wirkung feststellen. 7. Stratigraphische Ergebnisse Da die vorliegende Studie die paläontologische Bearbeitung der Discocycliniden zum Ziel hatte, haben wir uns nicht mit der eingehenderen stratigraphischen Untersuchung der eozänen Gesamtfauna des Gebietes befasst. Darum werden im folgenden nur die auf Grund der Discocycliniden gezogenen stratigraphischen Ergebnisse in einer paläogeographischen und paläoökologischen Beleuchtung fixiert. Bezüglich der stratigraphischen Rolle der Discocycliniden muss ich darauf hinweisen, dass sie für eine Horizontierung, wie das auch durch ausländische Untersuchungen beweisen worden ist, im allgemeinen geeignet sind. Meiner Meinung nach kann man aber im Gebiete Ungarns auf Grund der Discocycliniden heutzutage noch nicht an eine weitgehende Feinhorizontierung denken. Erst nach der Bearbeitung der übrigen Eozänbecken Ungarns wird man auf Grund der bearbeiteten Discocyclinidenfaunen mit Hilfe der gewonnenen biostrati-