Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1955)
Andreánszky, G.: Neue und interessante tertiäre Pflanzenarten aus Ungarn
Formenkreis mehrerer Arten eingereiht werden könnten. Dennoch gelang es einige Arten abzusondern und das ganze Material in mehrere Gruppen einzuteilen. Die Myn'ca-Arten in engerem Sinne können in die Formgruppe der Myrica lignitum (Ung.) Sap., der M. longifolia Ung. und die mit kürzeren, lanzettlichen Blättern in die der M. vindobonensis (Ett.) Heer eingereiht werden. Die tief eingeschnittenen Blätter gehören in den Comptonia-Typ. Myrica lignitum (Ung.) Sap. in Ann. Sei. Nat. 5. sér. IV. 102, t. V. 10. Quercus lignitum Ung. Chlor, protog. (1847) 113, t. 31, 5-7. (Taf. II. 6.) Die Art selbst kann nicht als einheitlich betrachtet werden, wie dies auch schon andere betonten. Bei der ursprünglichen Beschreibung, die diese Art in die Gattung Quercus einreihte, waren bereits zwei von einander abweichende Typen dargestellt. Auch das Material aus den Schichten der Wind'schen Fabrik enthält zwei Formen. Die eine entspricht im grossen und ganzen der U n g e r'schen 7. Figur. Hier müssen wir bemerken, dass die Gezähntheit des Blattes beim trennen der Arten voneinander schwerlich eine grössere Rolle spielen kann. Wichtig ist vielmehr der Ausgangswinkel der Seitennerven erster Ordnung. Die Seitennerven des in Rede stehenden Types entspringen beinahe im rechten Winkel (80—90°). Das Blatt ist verhältnismässig breit (1,5-2,5 cm). Es ist ganzrandig oder eingeschnitten gezähnt, mit scharfen, fernstehenden Sägezähnen. Der andere Typ ist etwas schmäler (15—17 mm), die Seitennerven entspringen in spitzerem Winkel (65—75°), sind schwächer und unbestimmt. Das Blatt ist gleichfalls ganzrandig oder fernstehend sägezähnig. Charakteristisch für beide Blatt-Typen ist, dass ihr Umfang lineal, d. h. auf längerer Strecke gleichbreit ist und sich nur an den beiden Enden verschmälert. Die folgende Art weicht im Umfang und in der Gezähntheit von diesen wesentlich ab. Myrica onocleaefolia nova sp. (Taf. II. 7.) Folium auguste lanceolatum, apice sensim angustatum, basi ignoto, 12—74 cm longum (sine basi absente 9 cm longum), in medio 79 mm latum, (specimen alterum 77 mm latum, valde incompletum, ita longitudine ignoto) ; margine crenato-dentatum, dentibus obtusis vel rotundatis, 1—2 mm altis. Nervus principalis rectus, nervi laterales primi ordinis valde inaequales et inconspicui, angulo fere recto exeuntes, longiores versus marginem laminae dichotomi et anastomosantes, breviores post brevem tractum evanescentes. Forma laminae et marginis eae pinnae Onocleae sensibilis L. simillima. In stratis oligocaeni superioris fabricae Wind-gyär ad oppidum Eger, Hung. sept. Diese neue Myrica-Art steht mit ihrer im rechten Winkel entspringenden Nervatur der Myrica lignitum (Ung.) Sap. nahe, ist aber von deren Formen durch ihre abgerundeten Kerbezähnen, sovie durch ihre lanzettliche Form gut unterscheidbar. Myrica longifolia Ung. Gen. et Sp. 396. Die meisten Reste gehören in diesen Formenkreis. Die Gezähntheit der Blätter ist sehr mannigfaltig. Jede Art von Zähnelung, von der fast ganzrandiger Form bis zu jener, wo die Einschnitte bis zur Mitte der Halbspreite reichen, kommt hier vor. Es lassen sich eher nach der Breite des Blattes zwei Formen feststellen. Die Blätter der einen Form sind nur 4—6, die der anderen 8—12 mm breit. Letztere wäre die echte M. longifolia Ung. (Taf. II. 8.), während die schmälere die M. angustissima Wat. ist (Taf. II. 9.)