Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)
Jánossy, D.: Fossile Microtinen aus dem Karpatenbecken. I.: Lemminge
Fossile Microtinen aus dem Karpatenbecken. I. Lemmingé Von D. J á n о s s y, Budapest Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben die Vertebraten-Paläontologen ihre Aufmerksamkeit auf die Microtinen gelenkt, deren eingehendere Untersuchung bisher mehr oder weniger unterlassen wurde. Einerseits erkannte man den relativen makrostratigraphischen Wert einiger Formen (z. B. Dolomys-, Mimomys-Arten), anderseits den mikrostratigraphischen Wert des in Massen vorkommenden Materials (statistische Untersuchungen an spätpleistozänen Funden). In der diesbezüglichen mitteleuropäischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts haben die Monographien von M é h e 1 y und H i n t о n, ferner die Untersuchungen von Bate, Heller, Kormos, Schreuder usw. und neuerdings die Aufsätze von В о u с h u d, Pasa und anderen zu unserer Kenntnis bezüglich der Systematik der Microtinea wesentlich beigetragen. Rurig, Börner und M a n d a с h arbeiteten auf dem Gebiete der morphologischen Variation. Zuletzt lenkten S с h a u b und К r e t z о i die Aufmerksamkeit auf die Anwendung der variationsstatistischen Methode auf diesem speziellen Gebiete. Die Möglichkeiten der statistischen Methoden wurden von Brunner eingehend ausgenützt. Der Zweck der vom Verfasser in Angriff genommenen Arbeit ist nun, das bis zur Zeit aus dem ungarischen Becken gesammelte Material dem derzeitigen Stand der Literatur entsprechend einer Revision zu unterziehen. Der erste Abschnitt dieser Arbeit ist die in der üblichen systematischen Reihenfolge erfolgte Untersuchung der Lemmingé. Bei meiner bisherigen Arbeit erhielt ich von M. Kretzoi und G y. É h i к eine wesentliche Unterstützung. Für ihre wertvollen Hinweise und Ratschläge sei hier mein verbindlichster Dank ausgesprochen. Dicrostonyx Gloger Systematische Bemerkungen Der Halsbandlemming ist ein typisches Säugetier der gegenwärtigen sibirischen, nordamerikanischen, und grönländischen Tundren. Wie es seine besten Kenner behaupten, erinnert er in seiner Lebensweise und äusseren Erscheinung eher an die Murmeltiere als an die anderen Lemmingformen. Diese Gattung der Lemmingé repräsentiert einen isolierten Formenkreis, nicht nur vom ökologischen, sondern auch vom systematischen Gesichtspunkt. Die pleistozänen Reste dieser Lemmingé kommen hauptsächlich in den Ablagerungen der europäischen Höhlen vor. Sie wurden früher im allgemeinen als Dicrostonyx torquatus Pali, bezeichnet. Es scheint unzweckmässig zu sein, den Halsbandlemming hier systematisch zu beschreiben, weil er ja in den Monographien yon H in ton (17), Eilermann (8) und О g n i e w (28) ausführlich behandelt wurde. Daher befasse ich mich in dieser Arbeit ausschliesslich mit den odontologischen Merkmalen des Dicrostonyx,, welche vom paläonto\ogischen Gesichtspunkte aus nennenswert •erscheint.