Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)

Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn

das Wasser sich stellenweise überstürzt und immer gut durchlüftet ist, folgt am Ende des Tales, noch immer durch Buchenbäume beschattet, ein verschlammter Abschnitt von submersem Rasen umsäumt. In pflanzenarmen, stillen Einbuchtungen, an der Oberfläche abgefallener Buchen­blätter nagend, findet man Gammarus fossarum in grossen Mengen zusammengeschart, welche den Sauerstoffgehalt dieser lenitischen Biotope sehr herabzumindern vermögen. An solchen Stellen finden wir eigentümliche Anpassungsformen, wie z. B. Epistylis gammari f. nodosa. Das Hauptverbreitungsgebiet von Gammarus fossarum endet bei der Zementschleuse (Nr. 7) im Wiesen­abschnitt des Pécselyer Beckens. Hier übernimmt wieder Carinogammarus die Herrschaft, und behält diese bis zur Mündung in den Balaton-See. Der Pécselyer Arm führt etwa 20% Gammarus fossarum mit sich. Diese Zahl vermindert sich bachabwärts im Tale Szakadékvölgy, wo Gammarus fossarum nur 2—-6% der Amphipodenfauna ausmachte. Nach einer Quelle oberhalb des Dorfes Örvényes nimmt die Zahl von Gammarus fossarum wieder zu und im Mündungsgebiet ist diese Art in wechselnder Zahl, höchstwahrscheinlich je nach der Wasserführung der vorerwähnten Quelle, mit 5—20% vertreten. Manche Arten besiedeln ohne Auswahl beide Amphipodenarten, manche sind aber bereits höher in der Auswahl ihres Wirtstieres spezialisiert. Das Fehlen oder Vorkommen der bevorzugten Wirtstiere in den einzelnen Abschnitten, sowie die hydrologischen und chemischen Verhältnisse der einzelnen Biotope beschränken die gleichmässige Verbreitung dieser Kleinlebewesen im Bachwasser. Besonders der Wasserbewegung, dem Durchlüftungsgrad und der Verunreinigung der einzelnen*Bachabschnitte kommt eine wichtige Rolle in der Ver­breitung der einzelnen Protozoenarten zu. Besprechung der gefundenen Protozoen Von den Rhyzopoden trat Amoeba verrucosa in mehreren Exemplaren im Tale Szakadékvölgy (Nr. 13) auf. Die Tiere krochen auf Detrituspartikelchen, welche sich in den langflutenden Büscheln von Cladophora glomerata an etwas stilleren Orten verfangen hatten. In diesem Biotop fanden sich auch zwei Bio­indikatoren organischer Verunreinigung: Paramecium caudatum in wenigen Ex­emplaren und eine Kolonie von Carchesium polypinum. Es scheint, dass diese Arten aus den höher gelegenen, an menschlichen Siedelungen vorbeifliessenden Bachabschnitten hierhergeschwemmt wurden und in diesem, ihnen zusagenden Kleinbiotop zurückblieben. Paramecium caudatum und Carchesium polypinum fand sich auch in einer stillen, durch die Fäkalien weidender Rinder verunreinigten Einbuchtung der als Viehtränke benützten tümpelartigen Verbreitung (Nr. 16), in deren Mitte das Wasser über die im Bachbett liegenden Steine ziemlich rasch hinabströmt und die Spuren der Verunreinigung bald fortschwemmt. In der Rinne der Bikki-Mühle (Nr. 2), sowie im Cladophora-Auiwuchs der Zement­schleuse (Nr. 7) und der Viehtränke (Nr. 16) war Cyphoderia margaritacea fast immer zu finden. Andere Testaceen kamen weder im Schlamm, noch in sandigen Bachabschnitten vor. Die halbsessile Chilodonella granulata hielt sich streng an die Körperober­fläche von Carinogammarus triacanthus. Rasch umherkriechend fand sie sich in der verunreinigten offenen Quelle in Vászoly, bei der Holzschleuse (Nr. 6), in der Viehtränke (Nr. 16) und in der Mündung (Nr. 22). Spirochona gemmipara, welche sich an die Kiemenblätter der Gammariden spezialisierte, kam von den Quellen bis zur Mündung überall vor. An das ständige Vibrieren der Kiemenblätter angepasst, ist sie auch gegen starke Wasserbewegung nicht empfindlich. Dendrocometes paradoxus, die einzige Suctorie des Pécsely-Baches bevorzugt stillere Orte und verträgt einen ziemlich hohen Grad organischer Verunreinigung. Am zahlreichsten und schönsten entwickelt war diese Art an jenen Exemplaren von Carinogammarus triacanthus, welche von der epizoischen Rotatorie Rotaria magna (det. L. Varga, Sopron) stark befallen waren. Es scheint, dass' sich 4 Természettudományi évkönyv 1953—9957. 49

Next

/
Oldalképek
Tartalom