Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)
Székessy, V.: Über die graphische Darstellung zyklischer Vorgänge in der Biologie
Über die graphische Darstellung zyklischer Vorgänge in der Biologie Von V. S z é k e s s y, Budapest In physiologischen, biochemischen und neuestens ökologischen, sowie cönologischen Arbeiten nimmt die graphische Darstellungsweise biologischer Vorgänge eine immer weitergehende Rolle ein. Die Auswertung umfangreicher Tabellen mit Unmengen von Zahlen oder Prozentangaben stellt eine zeitraubende Beschäftigung dar und gibt in vielen Fällen schliesslich dennoch nicht die gewünschte Übersicht, zumal wenn es sich zum Beispiel um den Vergleich mehrerer zahlenmässig festgehaltener Vorgänge über einen längeren Zeitabschnitt hin handelt. Die graphische Darstellungsweise ermöglicht es nun' im Gegensatz zum Lesen von Tabellen, auf den ersten Blick hin den Ablauf verschiedener Vorgänge in seiner gesamten Ausdehnung zu überblicken und die einzelnen Vorgänge selbst auch gleichzeitig miteinander zu vergleichen. Die heute in Anwendung stehenden graphischen Darstellungsmethoden lassen sich im allgemeinen auf zwei Grundtypen zurückführen, uzw. auf das sogen. Liniendiagramm und auf das Blockdiagramm. Beim Liniendiagramm eines biologischen Vorganges zeigt die Abszisse die einzelnen Zeitabschnitte, die Ordinate dagegen die Zahlen-, bzw. Prozentwerte des Vorganges selbst an. Die in ein derartiges Koordinatensystem eingetragenen Punkte werden dann durch gerade, oder entsprechend gekrümmte Linien miteinander verbunden. Beim Blockdiagramm stehen im Gegensatz dazu auf der die Zeiteinheiten darstellenden Abszisse in entsprechender Breite gehaltene Säulen, Kolumnen, deren Höhe den Ordinatenwerten gemäss angenommen wird. Während nun das Liniendiagramm den linearen Ablauf eines Vorganges in einer gewissen Zeiteinheit kontinuierlich darstellt, ergibt das Blockdiagramm wohl ein diskontinuierliches Bild, doch ermöglicht es durch seine Flächenhaftigkeit gleichzeitig den Vergleich der vorliegenden Mengenverhältnisse in den einzelnen Zeitabschnitten. Sollen nun in einem Graphikon gleichzeitig drei Faktoren, drei Variable berücksichtigt werden, so müssen in den meisten Fällen Raumkoordinaten angewendet werden, deren Projektion in eine Ebene jedoch auf grosse Schwierigkeiten stösst. Einen Ausnahmsfall bildet die sogen. Dreiecksdarstellung (F r e y, 1928), auf welche jedoch hier nicht näher eingegangen werden kann. Handelt es sich nun um die graphische Darstellung zyklischer Vorgänge ;— mögen es physiologische, in der Funktion begründet liegende Veränderungen eines innersekretorischen Organes während eines Tages (Tagesrhythmus), Veränderungen biotischer oder abiotischer Faktoren, Schwankungen in der Wohndichte, Populationsdichte eines Biotopes, oder in anderen produktionsbiologischen Angaben während des Ablaufes eines ganzen Jahres (Jahreszyklus), usw. sein — so ergibt sich bei ihrer graphischen Darstellung nach den oben erwähnten Methoden immer eine gewisse Schwierigkeit. Diese Schwierigkeit liegt vornehmlich darin, dass die beiden Endpunkte der Jahreskurven an die Enden des Koordinatensystemes rücken und somit ihren natürlichen Zusammenhang verlieren, wodurch dem sinngemässen »Lesen« des Diagrammes Abbruch getan wird. Als Beispiel dafür bringe ich Abb. 1, welche als Liniendiagramm die Dominanzwerte verschiedener ernährungsbiologischer Kategorien der Coleopteren eines Storchnestes während des Ablaufes eines vollen Jahres darstellt (Werte nach Székess y, 1950). Die Ordinate des Diagrammes gibt die Prozente des Auftretens der einzelnen Käferkategorien an, die Abszisse die Monate des Jahres. Die Abszissenwerte wurden ausnahmsweise nicht auf die Achse selbst aufgetragen, sondern auf den oberen Rand des Diagrammes, um dadurch den Vergleich mit der folgenden Abbildung zu erleichtern. Die punktierte Linie zeigt die Dominanzverhältnisse der Zoophagen