Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 3. (Budapest 1953)
Malán, M.: Zur Anthropologie des langobardischen Gräberfeldes in Várpalota
Bei allen diesen Wanderungen blieben immer einige Elemente der Bevölkerung in der alten Heimat zurück. Dies wurde durch die freundschaftliche Verbindung der Langobarden und Awaren erleichtert ; so haben einige Gruppen ihren Wohnort nicht verlassen, sondern blieben zurück. Dieselbe Erscheinung kann auch auf dem österreichischem Grenzgebiet erwiesen werden, wo Bayer und Lebzelter in 1930 ein aus dem VI. Jahrhundert stammendes Gräberfeld in der Umgebung von Nikitsch ausgraben liessen. Aus derselben Zeit stammen die in meinem Aufsatz beschriebenen Schädel aus Várpalota die dieselben archeologischen Beigaben aufweisen. Die ethnogenetische Bedeutung der Langobarden aus Várpalota besteht darin, dass auf Grund ihrer oben geschilderten Geschichte alle diejenigen anthropologischen Merkmale, die von den unter der Hunnenherrschaft hier lebenden germanischen Stämmen durch Mischung mit den Hunnen aufgenommen wurden, in ihrem anthropologischen Bild nicht vorhanden sein können und so können sie als Vergleichbasis sowohl diesen, als auch den europiden Gräberfeldern aus der Awarenzeit dienen. Material und Arbeitsmethode In der Sandgrube des Bergwerkes von Várpalota fand am 11. April 1933 Professor J. F a 11 e r, der damalige Grubeninspektor, das erste langobardische Grab. Auf seine Aufforderung grub Gy. R h é, Direktor des Museums in Veszprém noch im Herbst desselben Jahres das Gräberfeld aus. Im ganzen wurden 35 Gräber erschlossen. Ein Teil der Gräber war aufgewühlt. Die Beilagen sind im Museum von Veszprém unter Nr. 7719 aufzufinden. Darunter einige goldene Medaillen, silberne S förmige bronzene Schnallen, Reife und Münzen, eiserne Schnallen, Messer, Scheren, Pfeilspitzen, Schwerter, Schilder, Lanzen und viele andere Gegenstände. Auf Grund der Beilagen hält Prof. Gy. László, dem ich für sein wertvolles Entgegenkommen hier meinen Dank ausdrücke, das Gräberfeld aus dem frühen Awarenzeitalter stammend und archeologisch den langobardischen Funden germanischen Ursprunges gleich. Er verlegt sie in das VI, spätestens in den Anfang des VII. Jahrhunderts. Auch nach der spätesten Datierung wurde also im Gräberfeld die erste Generation nach der Auswanderung der Langobarden nach Italien bestattet. Archeologisch waren die Gräberfunde von 3 Gräbern (ein Mann und zwei Frauen) awarischer Abstammung. Leider konnte man die Knochenfunde dieser Gräber nicht retten und so konnten sie nicht untersucht werden. Ich konnte also nur ungefähr ein Drittel des Gräberfeldes, die im Veszprémer Museum befindlichen 12 grösstenteils unversehrten Schädel untersuchen. Die dazu gehörenden Skelette konnten entweder nicht gerettet werden, oder sie gingen in den Kriegszeiten verloren. So war ich hinsichtlich der Körperlänge nur auf'die Skizze der im Grabe von Gy. R h é aufgenommenen Masse, beziehungsweise auf Knochenlängen angewiesen. Aus den letzteren habe ich nach den gebräucnlichen Methoden (p. 15.) die wahrscheinliche Körperhöhe ausgerechnet und habe die am meisten übereinstimmenden Daten bzw. den Durchschnitt der berechneten Werte als Grundlage genommen. In der Auswertung habe ich nicht die gefundenen Zahlenwerte in Betracht genommen, sondern nur die durchschnittliche Zugehörigkeit der einzelnen Körperhöhengruppen nach Schmidt (14). Die ausgerechneten Indices habe ich nach Martin (15) gruppiert, ausserdem habe ich die Grenzwerte S c h e i d t's (23) in Betracht gezogen. Zur Bewertung der absoluten Masse habe ich die von Török (25) und Hug (12) angegebenen Grenzwerte als Grundlage genommen. Beschreibung der Schädel Várpalota 4a. Weiblicher Schädel im Alter von 30—35 Jahren. Unterkiefer, vorderer Teil der Schädelbasis, beide Jochbögen beschädigt, Keilbein fehlt. In der Obenaufsicht pentagonoid. In der Rückansicht zwischen Haus- und Bombenform. Phaenozyg. Schädelnähte einfach, gut gezackt. Pfeilnaht nach Oppenheim I. 4—5, und Lambdanaht III. 6—7. Die Muskelansätze