Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Stiller, J.: Beitrag zur Kenntnis der Peritrichenfauna der Schwefelthermen von Split
38 Vorticella d'udekemi Kahl. Diese auffallende und sehr charakteristische Art wurde von d'U d e k e m unter ähnlichen Verhältnissen gefunden, wie sie im Hafen von Split in der Umgebung der Badequellenmündung herrschen. Er fand sie „in leicht verdorb?nem Wasser bei Ostende" (zit. nach Kahl, 1935, S. 733). In Split lebten diese Tiere ungefähr 1—V/ 2 m von der Mündung des Kanals entfernt als Symphorionten der dort mitunter fast rasenartig ausgebildeten Enteromorpha , der häufigsten Grünalge des Spliter Hafens, welche meist reich mit Schwefelbakterien besetzt ist. Das ursprünglich mit Schwefelwasserstoff und Fäkalien gesättigte Abwasser ist hier bereits mit Meerwasser vermengt, besitzt aber noch polysaproben bis a-mesosaproben Charakter und hat einen deutlichen Schwefelwasserstoffgeruch. Weniger als 1 m von der Kanalmündung entfernt war diese Art nie zu finden. Sie kam weder in der Badequelle, noch in der Kanalmündung selbst vor, sondern nur im Meere auf der untersten Treppe des Uferdammes und am angrenzenden Meeresgrund. Die optimale Tiefe beträgt ungefähr 1 m. Diese Art ist also keine thiothermale Form, sondern Bewohnerin des an Zersetzungsstoffen reichen Küstenwassers. Vorticella d'udekemi war aber an das Leben in diesem an H S reichen Medium derart angepasst, dass sie im Gegensatz zu den meisten hier lebenden und oft sogar mit mehreren Pulsationsblasen ausgerüsteten Peritrichen scheinbar keine Pulsationsblase besass und trotzdem am Leben blieb. Das Intervall der Pulsationen betrug mehr als eine Viertelstunde. So lange konnte nämlich V. d'udekemi ohne Schädigung unter dem Mikroskop beobachtet werden und während dieser Zeit war noch keine Spur einer Blasenfunktion zu sehen. Sobald aber die Schwefelbakterien auf der Enteromorpha überhand nahmen, verminderte sich die Individuenzahl dieser Art, hauptsächlich wohl aus dem Grunde, da das Zunehmen der Schwefelbakterien mit dem erhöhten Gehalt an Schwefelwasserstoff zusammenhängt, welchem V. d'udekemi doch nicht mehr angepasst war und seine vergiftende Wirkung in Ermangelung einer lebhaft pulsierenden Blase infolge der eintretenden Vergiftung und der daraus folgenden Erhöhung des Zellturgors und schliesslichen Lähmung ihrer Organellen nicht mehr ausschalten konnte. An d'Udekems Abbildung (Kahl, 1935, S. 715, Fig. 24—25) besitzt das von ihm bei Ostende gefundene Tier eine verhältnismässig grosse Pulsationsblase ungefähr am Ende des ersten Körperdrittels.