Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Sztrókay, K.: Über den Wehrlit (Pilsenit)
97 gerade in der Mitte zwischen dem des Schwefels und dem des Tellurs (1.91 A), so dass es anstelle jedes der beiden oben besprochenen isomorphen Glieder ohne Gefährdung der Gitter-Stabilität einsubstituiert werden kann, also an die Stelle sowohl der Gitterpunkte der Te-, als auch an die der S-Ebenen.) Die Verwandtschaft zwischen Wismutglanz und Tetradymit. Bei der mikroskopischen Untersuchung war es auffallend, dass durch den Zerfall von Tetradymit Tellurwismut und Wismutglanz entsteht. Dieser Wismutglanz ordnet sich im Tellurwismut durch myrmekitartige Verwachsung an. An dem im Mittelteil des Erzes befindlichen unversehrten Tetradymit sind kräftige Spaltrisse zu sehen, die ungestört auf den Tellurwismut übergreifen, ja sogar ohne wesentliche Richtungsänderung auch über die Wismutglanzkörperchen hinwegziehen (Taf. 1, Photo 6). Die isomorphe Verwandtschaft und die Struktur des Schichtengitters der beiden ersten Erze geben eine vollkommene Begründung dieser Erscheinung. Im Gegensatz dazu ist die gleichgerichtete Orientierung des mit ihnen nur in chemischer Verwandtschaft stehenden, aber mit ihnen nicht isomorphen Wismutglanzes eine derart häufige Erscheinung, dass sie zweifellos kein Werk des Zufalls sein kann und gerade deshalb spezielle Aufmerksamkeit verdient. Beachtenswert ist ferner auch der Umstand, dass bisher in jeder schwefelhaltigen Wismuttellur-Probe mehr oder weniger Wismutglanz als Glied der Paragenese auftrat. Die Schichtengitterstruktur der Telluride kann allem Anschein nach S-Atome ohne Gefährdung der Gitterstabilität nur in beschränktem Ausmasse aufnehmen. Diese Substitution kann nur soweit erfolgen, bis das Verhältnis Te : S = 1 : 2 erreicht ist, in welchem Falle dann die Schichtenfolge das Bild: S—Bi—Tz—Bi—S S—Bi—Te... zeigt. Es wurde bereits erwähnt, dass sich zwischen den identischen S —S-Atomebenen schon die Anzeichen des nicht gebundenen Zustandes zeigen. So würde daher die Substitution weiterer S-Atome nach der oben geschilderten Ausfassung folgende Schichtenfolge bedingen: ...—S—Bi—S— —S—Bi—S—Bi—S— — S —Bi —... Durch diese Substitution entsteht aber schon eine Struktur mit rhombischer Symmetrie, deren Gitterpunktlage von den oben besprochenen Verhältnissen wesentlich abweicht. Wie durch die Untersuchungen von W. Hofmann (17, IS) bewiesen wurde, stimmt die Struktur des Bi,S, mit der des Antimonits überein. Auch die Isomorphie ist zwischen diesen beiden Verbindun-