Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 38. (Budapest 1945)

Rotarides, M.: Zur Mikromorphologie des Fusses der patelloiden Schenken

31 Wenn man von Fasern anderer Muskelgruppen und überhaupt von Ver­filzungen absieht, so erscheinen die beiderseitigen Spindelmuskeln als zwei Stützen, oder als zwei mächtige, in der Mitte aber schlanke Säu­len, die ideale Form für das Zustandekommen der Saugwirkung. Die mittlere Einschnürung der Muskulatur kommt dadurch zustande, dass der beim Ursprung von der Schale noch aus locker angelegten Elemen­tarfasern, d. h. aus lose hinzieherden Fibrillen bestehende Muskel (siehe bei Radix auricularia, Taf. III, Abb. 6) in der seitlichen Kör­perwand immer mehr und mehr zusammengepresst wird, wodurch er ungefähr in seiner Mitte bereits sehr dicht bündelartig erscheint, um sich dann gegen die Sohle zu immer mehr und mehr aufzufasern. Diese Auffaserung der Bündel gegen die Haut kommt übrigens fast allen Muskeln zu, nur ist sie bei retraktorartig wirkenden Muskeln weniger ausgeprägt. Zum Schlüsse sei noch auf eine interessante, allerdings schon längst bekannte Regelmässigkeit der Muskulatur hingewiesen, nämlich auf eine charakteristische Verfilzungsfonn, auf welcher sicher die Plastizität des Weichkörpers beruht. Die Muskulatur der Körper­wand und des Fusses erscheint fast überall rohrstuhlgeflechtartig, d. h. sie ist mehr oder weniger regelmässig gitterartig. Das Rohrstuhlge­flecht als eine gewisse Regelmässigkeit der Verfilzung verschiedenartiger Fasern beruht auf dem Umstand, dass diese Fasern immer in einer bestimmten Richtung verlaufen. Anfangs erkennt man diese Lagerung und Anordnung der Fibrillen nicht immer, doch wird sie später durch genaue Orientierungen in verschieden geführten Schnitten fast immer klar. Besonders schön tritt das Rohrstuhlgeflecht gegen die Sohle zu in Frontalschnitten auf; aber auch in Transversal- und Längsschnit­ten erkennt man oft diese Verfilzungsform (siehe Taf. II, Abb. 8, und Taf. III, Abb. 9—10), nur sind nicht immer alle Fasersystem? (Richtungssysteme) gleich stark ausgebildet. So ist in der mittleren Muskelmasse des Fusses von Haliotis (Transversalschnitt) ein ziemlich regelmässiges Filzwerk zu sehen. Im Längsschnitt aus dem Schwanz­teil von Murex liegen die Verhältnisse ganz ähnlich, nur sind hier die längsziehenden, kräftigen Bündel des Operkelmuskels vorherrschend. Weiterhin handelt es sich bei dem Zustandekommen des Verfilzungs­bildes darum, ob die Muskulatur locker oder dicht angelegt ist, ferner ob die einzelnen Richtungssysteme bündelbildend sind, oder „detail­liert" erscheinen. Sind nicht Systeme von Elementarfasern, sondern schwächere oder stärkere Bündel verschiedener Richtung miteinander verflochten, so wird das Bild stellenweise tatsächlich dem der Anneli­den ähnlich. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Formen der Mus-

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