Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 38. (Budapest 1945)
Rotarides, M.: Zur Mikromorphologie des Fusses der patelloiden Schenken
28 dem auch die eigenartige zytologische, bezw. histologische Ausbildung der einzelnen Fasern wichtig. So besitzen die Daudebardien sehr dicke Fibrillen, die sich vom faserigen Bindegewebe stets gut unterscheiden lassen, während die feinen Muskelfasern der Limaciden und Arioniden Übergänge zum Bindegewebe aufweisen und wahrscheinlich in höherem Masse anschwellungsfähig sind. Interessant ist es, dass Acroloxus lacustris, die eine patelloide Schale ur.d Körperform aufweist, sehr starke Muskelfibrillen zeigt, die besonders für die in den Körperseiten stark zusammengedrängten Muskelbündeln bezeichend sind. Wichtig ist nun die Frage, welchen Platz die Muskulatur während des Ablaufes des Patellisationsvorganges einnimmt. Pateiiismus ist nur für Wasserschnecken bezeichnend, die in der Uferzone, bezw. in der Gezeitenzone leben; bei Landschnecken ist er nicht bekannt. Die Ursache der Patellisierung kann aber eine verschiedene sein und der Vorgang selbst weist verschiedene Abstufungen auf. Unter den Ursachen spielt nämlich auch der Parasitismus eine Rolle. Die Art Thyca corrugata Stearns lebt ektoparasitisch auf Seesternen und besitzt einen nahezu patelloiden Bau. Ähnliche Formen sind aber auch bei den am Land lebenden Ektoparasiten (aber nicht bei Landschnecken) bekannt. Die Ursache der Patellisierung ist immer der Umstand, dass eine gewisse Art zu einer anderen, spezialisierten Lebensart gezwungen wird. Infolgedessen ändert sich zuerst das Verhalten des Tieres, dann die Schalenform und parallel damit geht dann auch die Umbildung des Organismus, z. B. die Verlagerung einzelner Organe und des inneren Organkomplexes vonstatten. Diese Reihenfolge der Vorgänge ist ein besonderes Merkmal der Schnecken und der ausserordentlich grossen Plastizität ihres Weichkörpers zuzuschreiben. Tiere, die ein härteres Intsgument und weniger lockeres Körperwandgewebe besitzen, das zugleich auch in geringerem Masse anschwellungsfähig ist, können ihre Form nicht derart plastisch ändern, wie die Schnecken. Selbst die Schalenform, welche systematisch sehr ch arak ter Lstisch ist, scheint bei den abgeleiteten Formen ebenfalls eine sekundäre Erwerbung zu sein. Sie ändert sich parallel mit der plastischen Änd?rungsfähigkeit der i:chalenbildenden Körperregion. Schnecken des Wassers und insbesondere der Uferzone werden oft aus verschiedenen Gründen zur Einschränkung der Bewegung gezwungen, sei es Gefahr von Verletzungen, durch das bewegte Wasser bedingt, Verhinderung der Bewegung durch reiche Pflanzenwelt, Beeinflussung durch Entoparasiten, oder Gefahr des Austrocknens. Immerhin ist es wichtig, dass die Änderung der Körperform der Schnecken immer zuerst regulatorisch (phänotypisch) und dann erst organisatorisch (genotypisch) eintritt. Wenn sich eine