Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Tasnádi Kubacska, A.: Der natürliche Schädelhöhlenausguss eines Mammuts aus Tata

ANNALES mST.-NAT. MUSEI NATION ALIS HUNGARICI. XXXVII. PARS MIN. GEOL. PAL. 1944. DER NATÜRLICHE SCHÄDELHÖHLENAUSGUSS EINES MAMMUTS AUS TATA. Von András Tasnádi Kubacska. (Mit Tafel I.) Fundort und Alter. In der Sammlung der Ungarischen Geologischen Anstalt befinden sich mehrere Schädelhöhlenausgüsse. Einen von diesen, den Schädelhöhlenausguss, sowie den damit in Zusam­menhang stehenden Nasenhöhlenausguss eines quartären Equiden von riesigen Körperausmassen aus dem plistozän-holozänen Kalktuff von Gyügy im Komitat Hont, habe ich 1932 eingehend beschrieben (1). In derselben Sammlung ist aber noch ein weiteres Fragment eines Schädel­höhlenausgusses vorhanden, das ebenfalls aus Ungarn stammt, undzwar aus Tata im Komitat Komárom. Dieser Fund ist von verschiedenen Gesichtspunkten aus äusserst interessant. Entlang der gewaltigen tektonischen Bruchlinie, welche durch den Lauf des Donau-Stromes gekennzeichnet wird, brachen vom Plio­zän an, durch das ganze Plistozän hindurch bis auf den heutigen Tag zahllose Thermalquellen aus der Tiefe auf. Der von den Thermalquel­len zur Ablagerung gebrachte Kalktuff ist an der Linie Budapest, Bu­dakalász, Békásmegyer, Pomáz, Piszke, Süttő und Dunaalmás zu finden, sowie in der Gegend von Epol, Vértesszöllős, Szórnod und Tata (2). In den Kalksteinen dieses sich entlang der Bruchlinie hinziehenden Ther­malquellensystems werden zahlreiche Fossilien pflanzlichen und tieri­schen Ursprungs gefunden. Schon im Jahre 1797 schreibt der englische Forschungsreisende T o w n s o n, dass in Tata die Knochenreste eines Elephanten-ähnlichen Tieres gefunden worden waren. 1817 erwähnt dann Pá 1 Kiss, dass diese Uberreste einen Mammut angehören (3, 4). Die systematische Erforschung der Fundstelle setzte aber erst im Jahre 1912 mit den von Tivadar Kormos geleiteten Ausgrabun­gen ein (5). Nach den Beobachtungen von Kormos beträgt die Mächtig­keit der Kalktuffschichten von Tata vielerorts mehr als 10 m. Die Mes­sungen von Nándor Koch beweisen aber, dass der Kalktuffkom­plex stellenweise sogar eine Mächtigkeit von 30—40 m erreicht (6). In Tata stiess nun Kormos in diesem Kalktuff auf eine 80—90 cm dicke Lössschichte, in welcher sich eine rotgebrannte Feuerstätte mit vielen Holzkohlesnresten befand, neben denen Steinwerkzeuge und Feuer-

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