Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)
Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie
Doll o's nicht von so allgemeiner Geltung sei, wie man es annimmt, da die Plastizität der Organismen bei nicht allzu spezialisierten Merkmalen auch Rückbildungen ermöglicht (29). Für die grosszügige Irreversibilität spricht aber jene Feststellung Bertalantfy's, nach welcher sich in der Entwicklung ein Übergang von labilen Gleichgewichten (mit grosser Energie) gegen stabilere hin (mit kleiner Energie) vollzieht. Der im Verlaufe der Individualentwicklung sich offenbarende Wasserverlust verweist ebenfalls auf die Irreversibilität. Die Eiweisse der jüngeren Lebewesen zeigen einen höheren Grad von Dispersität und sind so imstande mehr Wasser zu binden, als die alten. Nach Bertalanffy gilt dies auch für die Stammesgeschichte (auf Grund des Entropiegesetzes) . Dies macht es wahrscheinlich, dass auch das Gesetz H a e c k e Ts nur in grossen Linien Geltung hat. Keinesfalls •dürfen aus Teilen der Einzelentwicklung weitgehende Schlussfolgerungen auf die Stammesentwicklungslehre gezogen werden. (Das Gesetz der Biogenetik wurde von Meckel festgelegt, von H a e c k e 1 nur genau formuliert) . Auch die von N o p c s a eingeleitete physiologische Richtung wird gewiss noch zu zahlreichen neuen Ergebnissen führen. N o p c s a war eher der Vater genialer Einfälle, als ihr Erforscher. Jedenfalls ist die paläontologische Auswertung der Tätigkeit der endokrinen Drüsen sein grosses Verdienst. Ausserdem machte er auf zahlreiche biologische Vorgänge aufmerksam, deren Wirksamkeit, bezw. Änderung für die Entwicklungslehre von Bedeutung sein kann (z. B. die Bedeutung von Skeletten, bezw. deren Verletzungen für die Entwicklungslehre). Besonders wichtig sind seine Studien über die Wirkungen des Lebens im Wasser. Die Bedeutung der Vererbung für die Entwicklungslehre erkannte er bereits vollständig. Auf die Bedeutung der Unzulänglichkeit des Stoffwechsels für die Entwicklungslehre wies D u d i c h hin, der die Häutung des Krebspanzers in erwachsenem Zustand und die Bedeutung der im Panzer abgelagerten Kalkkörperchen nicht mit dem Wachstum in Zusammenhang brachte, sondern den ausgeschiedenen Kalk bloss als Reserve zur Erhaltung des Säurebasen-Gleichgewichtes betrachtete. Solche Fälle erwähnt auch Dotterweich. Auf Grund der Ansicht J i c k e 1 i's ist die Triebfeder der Entwicklung nach D u d i c h das Missverhältnis der zur Atmung dienenden Flächen zur gesamten Körpergrösse. Dieses ergab einen unzulänglichen Stoffwechsel, aus dem die Krebse im Laufe ihrer Stammesentwicklung durch die Bildung des Panzers einen Ausweg fanden (25).