Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie

dass sie dieser Gesetzmassigkeit unterliegt. Dasselbe lässt sich wahr­scheinlich auch von der Grosshirnentwicklung (Kephalisation) höhe­rer Lebewesen nachweisen (74). Diese Zusammenhänge sind von allgemeinerer Geltung als die Bergman n'sche Regel, nach der an der Gruppe einer homoiothermen Tierart unter wärmerem Klima die Strek­kung der Anhänge wahrzunehmen ist, — von allgemeinerer Geltung auch, als die Regel Cop e-—D epére t's, die das Formenwachstum im Laufe der geologischen Perioden innerhalb einer Stammesreihe fest­stellt, da sich das Gesetz der Allometrie auch auf das Auftreten höherer Kategorienmerkmale bezieht. Bertalanffy stellt sich den Mechanis­mus eines solchen Wachstums in der Weise vor, dass die Mutationen in der Richtung der Aufnahme zunehmender Körpergrösse erfolgen und durch Auswahl die geeigneten Mutanten hervortreten (neodarwi­nistische Ansicht). Der Holismus sucht auch hinter dem Zusammenleben der Arten einer Biocoenose eigenartige Gesetzmässigkeiten. Er dehnt die biologi­sche Gleichgewichtstheorie Dotterweich's auf das Zusammen­leben der Rassen aus und erklärt, dass sämtliche Bewohner eines Lebensraumes miteinander in biologischem Gleichgewicht seien. Dies ist für die Paläontologie insofern von grosser Bedeutung, als der plötz­liche Wandel in der einstigen Tiergesellschaft nicht mehr unbedingt mit der Änderung der Umwelt begründet werden muss. Bietet doch die Synbiologie zahlreiche Beispiele dafür, dass das Ausfallen eines einzi­gen oder das Erscheinen eines neuen Gliedes der Biocoenose genügen kann, um das Gleichgewicht aufzuheben, und den ganzen Lebensraum zu verwandeln (32, 40). Naturgemäss dürfen in der Paläontologie Deu­tungen dieser Art. erst nach sorgfältiger Analyse und dem Suchen ent­sprechender Analogien angenommen werden. Diese Beleuchtung bietet auch zum Problem des Aussterbens der Rassen neue Gesichtspunkte. Je­denfalls kann das Aussterben einzelner Rassen durch völlig andere Kräf­te bedingt sein. Beurlen nennt bei der Erklärung des Aussterbens der einzelnen Rassen als wichtige Merkmale die Ubersteigerung der Variabilität, die Überdifferenzierung einzelner Organe, Riesenwuchs und Abnahme der Fruchtbarkeit (7). Steinmann dagegen leugnet die Erfassbarkeit der Merkmale vor dem Aussterben. Die weitgehende Gliederung der mechanistischen Richtungen in der Biologie blieb auch auf die Paläontologie nicht ohne Wirkung. Von den lamarckistischen Paläontologen hielten nur wenige an ihrer Auffassung fest, viele suchten in vitalistischer, andere in holisti­scher oder in einer anderen mechanistischen Richtung einen Ausweg. Kovalevsky, Dollo und die Schule A b e Ts untersuchten die

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