Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 36. (Budapest 1944)

Rotarides, M.: Praeglaciális csigák a Solymári-barlangból

ein einziges Exemplar gefunden wurde und zweitens deshalb, da die Schale ohne Gefahr einer Verletzung vom Sediment nicht vollständig freigemacht werden konnte. Bei der vorhegenden Fauna handelt es sich nicht um höhlen­bewohnende Arten, sondern um Schalen, die sekundär in die Höhle hineingeraten sind. Aegopis, Daudebardia und Semilimax leben zwar sehr verborgen, sind also Mitglieder der Bodenfauna, doch können auch sie nicht ohne weiteres als echte Höhlenbewohner betrachtet werden. C. R. BOETTGER rechnet solche Tiere zur „Dunkelfauna an der Erdober flächte". Immerhin ist es auffallend, daß gerade Daude­bardia und Semilimax, die ja auch in der Gegenwart eine von den übrigen in der Hohle von Solymár gefundenen Arten stark ab­weichende Lebensweise zeigen, zum erstenmale in einer präglazialen Ablagerung gefunden wurden. Es soll hier nur darauf hingewiesen werden, daß bereits eine echte höhlenbewohneinde Daudebardia (D. cavicola Soós) besehrieben wurde und daß C. R. BOETTGER zwei Aiten der Semilimax nahestehenden Gattung Helicolimax (H. Bielzi v. KIM. und pellucidus MÍÜLL.) als tychocavale Faunenelemente (stel­lenweise und zeitweilige Höhlenbewohner nach HESSE) betrachtet. L. Soós vergleicht die präglaziale Molluskenfauna mit der Fauna des ungarischen Pleistozäns. Er schreibt Folgendes: „Wenn die Molluskenfauna des Präglazials nur so wenig von der gegenwärtigen Fauna abweicht, so sind die Abweichungen zwischen der pleistozänen und der gegenwärtigen Fauna naturgemäß noch geringer. Doch sind die beiden Faunen bei weitem nicht gleich. Denn einerseits weist das Pleistozän eigentümliche, heute nicht mehr lebende Arten (oder richtiger Formen, Verf.) auf, andererseits war die Verbreitung einzelner Arten zur Zeit des Pleistozäns wesentlich anders als heute. F)iese beiden Umstände verleihen natürbch der Pleistozän-Fauna einen einigermaßen eijgenen Charakter." (1. c. Übersetzung aus dem ungarischen Original). Anläßlich dieses Vergleiches wird, obwohl es ebenfalls wichtig zu sein scheint, nicht betont, daß die gegenwärtige Fauna viel weni­ger von der Prägläzial-Fauna, als von der Fauna des Pleistozäns abweicht und daß gerade im Pleistozän tiefgreifende Änderungen in der lokalen Verteilung und regionalen Verbreitung der Faunen­elemente eintraten. Obwohl die Sukzession (Aufeinanderfolgen der Faunen, faunistische Nachfolge) im allgemeinen mit einer Irrever­sibilität der faunistischen Zusammensetzung verknüpft ist, so ge­winnt man gerade durch die neuerlich aufgeschlossenen postpliozänen

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