Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)

Homonnay, N.: Zur Erklärung und Wertung einiger biosoziologischer Begriffe in der Ornithologie

Hell dabei die Frage ergibt, wofür wir eigentlich diese Biotope vom Standpunkt der Vögel aus betrachten sollen. Ein Teil der Vogel­arten hält sich auch außerhalb der Brutzeit im Nistgebiet auf. Es gibt aber auch Arten, die gewisse Biotope nur zur Brutzeit auf­suchen, in der übrigen Zeit aber in anderen Gebieten herumstreifen, wie z. B. Raubvögel, verschiedene Wasservögel, Spechte, usw. In diesen Fällen sehen wir, daß solche Arten Gebiete aufsuchen, die zumindest ähnliche Lebensbedingungen bieten, wie ihre Brutgebiete. Die Sumpfvögel ziehen in irgend ein anderes Wasserbiotop, die Waldvögel in ihrer Brutstätte ähnliche Waldbestände, usw., also in Gebiete, die immer ihrer Arteigenheit, bezw. ihrer artlichen Kon­stitution entsprechen und daher übereinstimmende Nahrungsmög­lichkeiten darstellen. Deshalb müssen wir bei den Vögeln neben Brut-Biotopen auch Nahrungs-Biotope unterscheiden, in welchen sich die Vögel mitunter sogar während der Brutzeit selbst, aber hauptsächlich vorher und nachher längere Zeit aufhalten. In Bezug auf das Brutgebiet der Vögel bestehen ganz spezielle Anforderungen. So können wir beobachten, daß eine geeignete Nist­stelle sogar in weniger ausgiebigen Nahrungsgebieten die Ansied­lung einer Vogelart begünstigt. Der Vogelreichtum eines Biotops hängt zum Großteil von dem wechselseitigen Verhältnis zwischen Nist- und Nahrungsgebieten ab. Infolge des Vermögens der Vögel, ihren Aufenhaltsort auf Grund ihrer Beweglichkeit rasch wechseln zu können, besitzen die Vogelbiochore für viele Arten eine doppelte Bedeutung, uzw. sowohl als Brutgebiete, als auch als Nahrungs­gebiete. Das Biochor stellt vom ornithologischen Standpunkt aus betrachtet (der Beweglichkeit der Vögel entsprechend) ein weiteres Gebiet dar und schließt außerdem in jedem größeren abgrenzbaren Gebiet alle voneinander durch kleinere, größere Unterbrechungen abgesonderte, jedoch ähnliche Verhältnisse zeigende Biotope in sich ein (z. B. kleine Wäldchen). Vor und nach der Brutzeit lebt der Vogel in einem größeren Gebiet, während er sich für die Dauer des Brü­tens auf einen engeren Platz beschränkt. So ist er infolge seiner Fähigkeit, seinen Aufenthaltsort rasch zu ändern, imstande, leicht in andere Biochore mit ähnlichen Lebensbedingungen hinüberzu­wechseln. Außerhalb der Brutzeit ist der Vogel an die einzelnen Bio­chore durch nichts anderes gebunden, als durch den Ernährungs­instinkt, und Nahrung findet er auch in ähnlichen Biochoren leicht. Da er infolge seiner Plastizität sehr anpassungfähig ist, kann er sich von den vom individuellen Standpunkt aus optimale Lebensbedin­gungen bietenden Plätzen unabhängig machen. Die benachbarten

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